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wdt_ID Datum Termin 1 Termin 2 Termin 3 Datum Termin 1 Termin 2 Termin 3 Datum Sonntag
1
2 Mär. 22 11 Uhr 14 Uhr 17 Uhr 11 Uhr 14 Uhr 17 Uhr bis 11 Uhr
3 4. Mrz. frei frei frei 5. Mrz. frei frei frei 6. Mrz. frei
4 11. Mrz. frei frei frei 12. Mrz. frei frei frei 13. Mrz. frei
5 18. Mrz. frei frei frei 19. Mrz. frei frei frei 20. Mrz. frei
6 25. Mrz. frei frei frei 26. Mrz. frei frei frei 27. Mrz. Saisonstart
7 Apr. 22 11 Uhr 14 Uhr 17 Uhr 11 Uhr 14 Uhr 17 Uhr bis 11 Uhr
8 1. Apr. frei frei frei 2. Apr. frei frei frei 3. Apr. frei
9 8. Apr. frei frei frei 9. Apr. frei frei frei 10. Apr. frei
10 15. Apr. blockiert Karfreitag blockiert 16. Apr. frei frei frei 17. Apr. Ostern

Schachtgerüst wieder ausgepackt

Bis auf Restarbeiten und die Gestaltung des Außengeländes ist die Restaurierung des historischen Schachtgerüstes Fürst Leopold 2 inzwischen abgeschlossen, die im Herbst von Sturmböen mehrfach zerfetzte „Christo-Verpackung“ ist Vergangenheit. Die letzten Arbeiten – und damit auch die Installation der Beleuchtung – sollen jetzt zügig erledigt werden.

Der Vorschlag der Stiftung Industriedenkmalpflege und Geschichtskultur, auf einen Zaun zwischen Schachtgerüst und Wasserhaltung zu verzichten, bleibt aus bergrechtlichen Gründen leider (aber nicht ganz unerwartet) unerfüllt. Auch wenn das Gebäude künftig als Tisa-Archiv genutzt werden soll, dient es doch in erster Linie als Reservestandort für die Wasserhaltung und unterliegt damit den Sicherheitsauflagen des Bergrechts.

Bald darf die Ziege wieder spucken

Die Stadt Dorsten und ihre Brunnen – auch für das Wasserspiel auf dem Brunnenplatz wurde 2014 als Beitrag zur Haushaltskonsolidierung die vorläufige Stilllegung beschlossen. Mindestens für die nächsten drei Jahre wird der vom Lüner Bildhauer Reinhold Schröder geschaffene Brunnen aber wieder in Betrieb genommen, weil der Bergbauverein für diese Zeit die aktive Patenschaft für den Brunnen übernommen hat.

Einstimmig gewährte die Hervestkonferenz einen ersten Zuschuss und mit Hilfe von weiteren Sponsoren – Dankeschön an dieser Stelle besonders an die Rheinisch Westfälischen Wasserwerke – sowie Vereinsmitteln soll ein dreijähriger (2021-2023) Probebetrieb helfen, die konkreten jährlichen Folgekosten zu ermitteln und ein Konzept für einen langfristigen Brunnenbetrieb auf den Weg zu bringen.

Eine neue Pumpe wurde bereits angeschafft, Installation und Elektrik wurden getestet: Der Probetrieb wurde erfolgreich absolviert.

Damit steht fest: Zum Saisonstart 2021, also am 28. März, wird der Brunnen wieder in Betrieb genommen. Wenn trotz Corona machbar mit einem kleinen Fest, aber so oder so  heißt es um 11 Uhr „Wasser marsch“. 

Corona-Masken mit Glückauf

Ausverkauft – einer Punktladung gleich war die erste Auflage der Corona-Schutzmasken, genäht aus dem Originalstoff der Grubenhemden, zum Saisonende 2020 ausverkauft. Aber: Der Bergbauverein hat früh genug bei Philipp Schürholz (linea naturale Textildesign GmbH) Nachschub bestellt und der ist jetzt vorrätig. Da die Maschinenhalle erst wieder zum Saisonstart 2021 am 28. März geöffnet wird, kann man diese Masken – in der zweiten Auflage noch um ein freundliches „Glückauf“ ergänzt – auch postalisch bestellen.

Wenn Sie davon Gebrauch machen wollen, schicken Sie bitte einen ausreichend frankierten (Porto 1,55 € für bis zu 10 Masken) und an sich selbst adressierten Rückumschlag (Format C) mit 5,- €/Maske an:

Bergbauverein Dorsten

Stichwort „Corona-Maske“

Postfach 21 01 30

46 268 Dorsten

Wir bringen Ihre Bestellung dann umgehend auf den Weg und informieren Sie gerne per E-Mail über den Versand, wenn Sie uns mit der Bestellung Ihre E-Mail-Adresse mitteilen.

Bildspende für die Geschäftsstelle

Kunst für die Geschäftsstelle: Für unsere Wohnküche am Brunnenplatz hat uns die Dorstener Familie Eberwein dieses Bild gespendet: Die Zeche Baldur im Hintergrund der Lippelandschaft. Das ist kein Druck, sondern ein Originalbild, gemalt mit Öl auf Holz im vergoldeten Rahmen.

Herzlichen Dank für die großzügige Spende.

Der „neue“ Vorstand

Für den März dieses Jahres hatte der Verein zur Mitgliederversammlung eingeladen, auf der Tagesordnung stand u.a. die Neuwahl des Vorstands. Auch diese Einladung landete wg. der Corona-Pandemie erst einmal auf der Halde, die Mitgliederversammlung musste auf einen auch jetzt noch nicht absehbaren Zeitpunkt verschoben werden.

Die Zeit geht indes weiter und damit der Vorstand arbeitsfähig bleibt, wurden entsprechend der Vereinssatzung freie Vorstandspositionen zunächst einmal kommissarisch durch Vorstandswahl neu besetzt. Die endgültige Entscheidung liegt dann bei der nächsten Mitgliederversammlung.

Und so sieht bis dahin der Vorstand aus:

 

Amt

bisher

Aktuell (kommissarisch)

Vorsitzender

Gerhard Schute

Gerhard Schute

Stellvertr. Vorsitzender

Jürgen Robbert

Jürgen Robbert

Stellvertr. Vorsitzende(r)

Sabine Bachem

Manfred Wissing (k)

Geschäftsführer

Hans-Jörg Rippe

Heinz Beer (k)

Stellvertr. Geschäftsführer

Martin Hagemann

Martin Hagemann

Kassierer

Wolfgang Littwin

Wolfgang Littwin

Stellvertr. Kassiererin

Sandy Meinhardt

Sandy Meinhardt

Schriftführer

Dieter Steffen

Hans-Jörg Rippe (k)

Beisitzer(innen)

Gabi Beer

Volker Jenau

Cornelia Lüngen-Steinau

Axel Steinau

Manfred Wissing

 

 

Gabi Beer

Voker Jenau

Cornelia Lüngen-Steinau

Axel Steinau

Sabine Bachem (k)

Dieter Steffen (k)

Michael Lettgen (k)

 

Diskussion über den Tisa-Brunnen

Wegen der Pflasterung des Marktplatzes musste im Januar der Tisa-Brunnen auf dem Dorstener Markt abgebaut werden. Was an dieser Stelle wieder aufgebaut werden soll, darüber wird in Dorsten engagiert diskutiert. Auch der Bergbauverein beteiligt sich an dieser Diskussion. Seine Position: Natürlich muss auf den Marktplatz eine Replik dieses Brunnens, den 1961 die Dorstener Ehrenbürgerin Tisa von der Schulenburg (Schwester Paula) geschaffen hat.

Das ist der Brief, den der Vorstand des Bergbauvereins in Sachen Tisa-Brunnen an den Bürgermeister Tobias Stockhoff und den Stadtbaurat Holger Lohse geschickt hat:

Sehr geehrter Herr Bürgermeister,
Sehr geehrter Herr Stadtbaurat,

den Ratsbeschluss vom 24. Juni 2020 zum Thema „Tisa-Brunnen“ hat der Vorstand des Vereins für Bergbau-, Industrie- und Sozialgeschichte Dorsten e.V. als Einladung an die Bürgerschaft verstanden, sich in die Diskussion um die Zukunft eines Tisa-Brunnens einzubringen. Vor dem Hintergrund, dass der Bergbau und ganz besonders die Menschen im Bergbau das künstlerische und soziale Lebenswerk der Dorstener Ehrenbürgerin Schwester Paula entscheidend geprägt haben, wollen wir gerne versuchen, einen Beitrag zu leisten:

Der mit der neuen Pflasterung des Marktplatzes begründete Abbau des Brunnens im Januar dieses Jahres hat Fakten geschaffen. Den Tisa-Brunnen wird es wie gehabt auf dem Markt nicht mehr geben.

Den Beschluss des Rates, die von Schwester Paula geschaffenen Reliefplatten zu sichern und dauerhaft der Öffentlichkeit zugänglich auszustellen, halten wir für richtig. Eine solche Ausstellung sollte aber unbedingt nah zum ehemaligen Standort des Brunnens installiert werden; also beispielsweise im oder am alten Rathaus am Markt, im oder am Kloster der Ursulinen oder auch im bisher schmucklosen Seiteneingang der Agatha-Kirche zur Recklinghäuser Straße. Ein anderer Standort als die Stadtmitte, für die der Tisa-Brunnen geschaffen wurde, ist u.E. für eine solche Ausstellung nicht vorstellbar.

Soll – und wenn ja wie  – der Tisa-Brunnen ersetzt werden? Dazu sagt der Ratsbeschluss:

„Im Bereich des bisherigen Brunnens soll ein aus bauphysikalischen Gründen notwendiger Nachfolgebrunnen errichtet werden. Dem Rat der Stadt Dorsten ist dabei wichtig, dass ein zukünftiger Brunnen wie in der Vergangenheit auch eine Wertschätzung für das Wirken von Tisa in unserer Stadt zum Ausdruck bringt. Der Nachfolgebrunnen soll das Wirken von Tisa, z. B. unter Verwendung von Repliken bzw. Kopien der bisherigen Reliefplatten oder von anderen Werken (z. B. Tisas Gedenksäule an die Widerstandskämpfer Geschwister Scholl), aufgreifen.

Nach Ansicht des Bergbauvereins muss man nicht in der Bauphysik nach Gründen für die Notwendigkeit eines Nachfolgebrunnens suchen, sondern es reicht, sich auf die Texte zu konzentrieren, in denen sich Schwester Paula Anfang der 1960-er Jahre und auch später noch zu diesem Brunnen und ihrem damit verbundenen Anliegen ausführlich geäußert hat. Diese Texte sind sicher hilfreicher als der Beitrag von Frau Schröder von 1983, der im Beirat für Kunst im öffentlichen Raum, im Umwelt- und Planungsausschuss und dann auch im Rat eine wesentliche Entscheidungsgrundlage war. Anders als von Frau Schröder behauptet, hat Schwester Paula nämlich nicht Reliefplatten für einen Brunnen geschaffen, sondern in mehreren Texten nachlesbar ausdrücklich einen Brunnen als Gesamtkunstwerk für den Dorstener Markt. Der von der Verwaltung in seinen Vorlagen sicher nicht zufällig verwendete Schröder-Text steht also im krassen Widerspruch zu den Aussagen von Schwester Paula.

Natürlich muss ein Nachfolgebrunnen installiert werden, aber sicher kein Brunnen, der als eine Art Collage verschiedene Arbeiten von Schwester Paula spiegeln würde, sondern ein Nachfolgebrunnen als Replik dessen, was von Schwester Paula vor knapp 60 Jahren auf den Markt gesetzt wurde. Replik muss nicht 1:1 Nachbau mit Beton/Zement bedeuten, Replik kann auch bedeuten, von den gesicherten Reliefplatten Bronzen machen zu lassen. Nahe der Hamborner Abteikirche steht ein Brunnen – sehr ähnlich dem Dorstener Tisa-Brunnen – für den Schwester Paula die Reliefplatten als Bronzen gestaltet hat.

In der bisherigen Diskussion über einen künftigen Tisa-Brunnen (Replik) war von der Verwaltung auch das künftige Tisa-Archiv auf dem Areal der ehemaligen Zeche Fürst Leopold als Option genannt worden. Der Bergbauverein hält diesen Standort aus mehreren Gründen für ungeeignet. Natürlich war Schwester Paula sehr eng mit der Zeche und den hier arbeitenden Bergleuten verbunden, das belegen die beiden eindrucksvollen Wandbilder in der ehemaligen Lohnhalle und der Gedenkstein an die Mahnwache 1996/1997 vor den Torhäusern an der Halterner Straße. Aber der Tisa-Brunnen wurde als Erzähl- und Gedenkbrunnen zugleich ausdrücklich für den Marktplatz geschaffen. Ihn nach 60 Jahren an einen Standort quasi „abzuschieben“, der als Reservestandort der RAG-Wasserhaltung auch künftig unter Bergrecht stehen wird und deshalb eingezäunt bleiben muss, das könnte – da stimmt der Bergbauverein Lambert Lütkenhorst als Vorsitzendem der Tia von der Schulenburg-Stiftung nachdrücklich zu – tatsächlich nur eine Notlösung sein. Eine denkbar schlechte Lösung, die sicher nicht von besonderem Respekt für die Dorstener Ehrenbürgerin geprägt wäre. Aus gleichen Gründen scheidet das Tisa-Archiv natürlich auch als Ausstellungsort für die Reliefplatten des abgebauten Brunnens aus.

Wie kann die Diskussion um den Tisa-Brunnen fortgesetzt werden? Dazu sagt der Ratsbeschluss vom 24. Juni: „Die Bürgerschaft und der Beirat für Kunst im öffentlichen Raum der Stadt Dorsten sind neben den bisherigen Förderern sowie Beteiligten (Sparkasse Vest in Dorsten, IPE, Tisa-Stiftung, Konvent St. Ursula, …) sowohl bei der Ideenfindung und Diskussion bei der Auswahl des Standortes für die Reliefplatten als auch der Konzeption des Nachfolgebrunnens auf dem Marktplatz durch geeignete Beteiligungsformate einzubinden.“

Mit Ratsbeschluss vom Oktober 2018 wurde ein „Beirat für Kunst im öffentlichen Raum“ gebildet, dem die Aufgabe übertragen wurde, „im Rahmen des Stadterneuerungsprozesses „Wir machen MITte“ über die Aufwertung öffentlicher Räume durch Ausstattung mit Kunstgegenständen zu entscheiden.“ Der Rat der Stadt erklärte zwar bei Einrichtung dieses Gremiums, das nach der Gemeindeordnung NRW gar nicht vorgesehen ist, die grundsätzliche Zuständigkeit u.a. des Kulturausschusses bleibe unberührt, tatsächlich stand das Thema Tisa-Brunnen aber bisher nicht im Kulturausschuss auf der Tagesordnung. Anders als der Beirat unterliegt der Kulturausschuss der Geschäftsordnung des Rates, die u.a. verbindlich regelt, welche Themen öffentlich oder auch nichtöffentlich zu behandeln sind. Der Tisa-Brunnen ist sicher kein Thema, das unter Ausschluss der Öffentlichkeit diskutiert werden muss.

Wenn es dem Rat wirklich darum geht, die Bürgerschaft in die Entscheidung um den Tisa-Brunnen einzubinden, ist Transparenz eine wichtige Voraussetzung für eine letztlich einvernehmliche Entscheidung. Diese Transparenz wäre gewährleistet, wenn dem Kulturausschuss die Federführung für die weitere Behandlung des Themas übertragen würde. Er könnte ein Hearing veranstalten, zu dem dann z.B. auch die beiden Dorstener Kunstvereine und der Dorstener Heimatbund eingeladen werden sollten – es fehlt in Dorsten sicher nicht an Expertise. Und natürlich ist der Bergbauverein gerne bereit, sich an einem solchen Hearing wie überhaupt an der weiteren Diskussion zu beteiligen.

Mit einem freundlichen Glückauf
Für den Vorstand

Gerhard Schute
(Vorsitzender)

Die schnelle Antwort aus dem Rathaus:

Sehr geehrter Herr Schute, lieber Gerd,
sehr geehrte Mitglieder der Bergbauvereins,

herzlichen Dank für Ihr Schreiben vom 29.07.2020 zum Thema „Tisa-Brunnen“, welches ich an den zuständigen Dezernenten Holger Lohse weitergeleitet habe. Wir freuen uns, dass auch der Verein für Bergbau-, Industrie- und Sozialgeschichte (Bergbauverein) an der Bürgerbeteiligung zum Tisa-Brunnen mitwirken möchte und bereits konkrete Ideen entwickelt hat.

Der Rat der Stadt Dorsten hat bekanntlich einstimmig – was das Aufstellen eines neuen/alten Tisa-Brunnen anbetrifft – eine Befragung der Bürgerschaft beschlossen. Wir würden uns sehr freuen, wenn sich hier der Bergbauverein mit Argumenten und Ideen in die Diskussion und spätere Befragung einbringen wird. An der öffentlichen Befragung der Bürgerschaft soll jede(r) (interessierte) Dorstener(in) teilnehmen können. Das sichert die größtmögliche Transparenz zu.

Unmittelbar nach den Ferien soll mit den Ratsfraktionen ein Format für eine öffentliche „Befragung der Bürgerschaft“ abgestimmt werden. Ferner freuen wir uns, dass die Firma Voßbeck-Elsebusch Replikate/Duplikate von zwei Reliefplatten anfertigen wird. Diese Reliefplatten sind aus unserer Sicht wichtig für die anstehende Beratung. Gerne nehmen wir den Bergbauverein in einen Einladungsverteiler für die Befragung der Bürgerschaft auf.

Bezüglich der Originalplatten wird es gemäß Ratsbeschluss eine weitere Bürgerbeteiligung geben. Ihre Anregungen bilden dazu sicherlich einen wichtigen Baustein für ein geeignetes Format, um alle interessierte Bürgerinnen und Bürger bzw. Gruppen und Vereine einzubinden.

Mit freundlichen Grüßen
Tobias Stockhoff
Bürgermeister

Artikel der Dorstener Zeitung zum Thema:

„Kunst und Kultur brauchen wir Menschen wie die Luft zum Atmen“

Sieben Wochen später als geplant startete am Sonntag der Bergbauverein in die Hallensaison 2020, sprich: Das Industriedenkmal Maschinenhalle Fürst Leopold ist ab sofort wieder sonntags von 13 bis 17 Uhr geöffnet. Und der rege Andrang am Sonntag zeigte, dass es höchste Zeit war, aus der Corona-Schockstarre Schritt für Schritt zurückzufinden „in eine neue Normalität“, wie es Bürgermeister Tobias Stockhoff formulierte.

Er war am Premieren-Sonntag einer der ersten Besucher und postete später auf seiner Facebook-Seite unter dem Foto zu diesem Text: „Kunst und Kultur haben unter den aktuellen Bedingungen große Herausforderungen zu stemmen. Umso mehr habe ich mich gefreut, dass heute in der Maschinenhalle Peter Koerber eine wundervolle Ausstellung eröffnet hat, denn Kunst und Kultur brauchen wir Menschen nicht nur langfristig wie die Luft zum Atmen – wenn auch gerade durch einen Mund-Nasen-Schutz.“

Die Ausstellung „Meine Bilder“ von Peter Koerber (77) war natürlich das Highlight am Eröffnungs-Sonntag. Der gelernte und studierte Industriefotograf zeigt in der Maschinenhalle einen räumlich bedingt natürlich nur kleinen Querschnitt dessen, was er während eines langen Berufslebens, das ihn über alle Kontinente hat reisen lassen, mit seinen Kameras „gesammelt“ hat. New York, Irland und Dorsten – die Welt ist groß und schön. 

Das Corona-Konzept des Bergbauvereins bestand an diesem Sonntag den Praxistest mit Bravour. Maskenpflicht, Hände desinfizieren, Abstandsgebot – für die Besucher nach den Erfahrungen im Einzelhandel alles längst gelebter Alltag und jetzt beim Besuch im Industriedenkmal kein Problem.

Und auch der als „Trostpflaster“ für die Corona-Einschränkungen geübte Verzicht auf das Eintrittsgeld kam gut an: Das ersatzweise aufgestellte Sparschwein klimperte bei Schließung der Maschinenhalle am Spätnachmittag nur noch gedämpft, so viel Papiergeld war „verfüttert“ worden.

Trauung in Corona-Zeiten

Das Brautpaar Magali Schütter und Marco Bellmann strahlte – trotz Corona

„Auf diesen Tag haben wir uns lange gefreut und den lassen wir uns von einem Virus nicht kaputtmachen“ – also entschieden sich Magali Schütter und Marco Bellmann, am Plan, sich am 4. April um 14 Uhr in der Maschinenhalle das Jawort zu geben, unbedingt festzuhalten. Und so wurde die 255. Trauung im Industriedenkmal zur bisher und für alle Zeiten kleinsten Trauung, denn das Brautpaar und der Standesbeamte blieben entsprechend den strengen Auflagen des Kontaktverbotes unter sich.

„Das war natürlich eine sehr ungewöhnliche Trauung“, meinte später Gerhard Schute, Standesbeamter bei dieser Trauung und Vorsitzender des Bergbauvereins, „aber es war auch eine sehr intensive und vielleicht gerade deshalb eine besonders schöne Trauung, weil vor mir ein Brautpaar saß, dem das Füreinander an diesem Tag wichtiger war als eine tolle Trauzeremonie mit Familien, Freunden und Bekannten.

Ungewöhnlich wie die Trauung war dann auch die Hochzeitsfeier später am Nachmittag. Not macht erfinderisch: Das frischvermählte Paar grillte auf dem Balkon und vom Garten aus gratulierten bei schönster Frühlingssonne Verwandte und Freunde, Nachbarn und Bekannte – brav immer nur zu zweit. Die große Feier mit allem, was dazugehört, soll dann im April 2021 nachgeholt werden.

Dem Standesamt der Stadt Dorsten wie dem Bergbauverein bescheren die Auflagen gegen ein zu schnelles Ausbreiten der Corona-Pandemie einige Mehrarbeit. Viele Paare, die für die nähere Zukunft ihre Eheschließung angemeldet hatten, fragen nach Ersatzterminen, wobei keiner weiß, welche Auflagen wie lange noch beachtet werden müssen. Und die immer besonders gefragten Samstags-Termine sind ja auch nicht beliebig vermehrbar. „Wir tun, was wir können, um unbürokratisch zu helfen“, verspricht im Rathaus die für das Standesamt zuständige Abteilungsleiterin Monika Heisterklaus und so hält es auch der Bergbauverein.

Wann Magali und Marco die geplante Hochzeitsreise antreten können, steht noch in den Sternen. Aber am Ziel werden sie auf jeden Fall festhalten. Sie wollen nach Scharbeutz an die Ostsee. Wieso Scharbeutz? Vor 20 Jahren war der Nachbarstrand von Timmendorf ein herrlicher Spielplatz für zwei sechste Klassen des St. Ursula-Gymnasiums…

Kulturerbe in NRW: Das Steigerlied und die Trinkhalle

Das Steigerlied und das Büdchen – Traditionen, die besonders aus dem Ruhrgebiet gar nicht wegzudenken sind. Seit gestern gehören sie nun ganz offiziell zum Landesinventar von NRW, bedeutet: Das Steigerlied und die Trinkhalle gehören zum immateriellen Kulturerbe dieses Landes.

18 Bewerbungen gab es, aber die hochkarätig besetzte Jury hat sich so entschieden, weil:

Steigerlied:
„Glück auf, Glück auf, der Steiger kommt“ – selbst nach dem Ende des Steinkohlebergbaus in Deutschland hat das Steigerlied, das zu vielfältigen Anlässen gesungen wird, seine identitätsstiftende Kraft nicht eingebüßt. Der von einer eingängigen Melodie begleitete Text spiegelt die Lebenswelt der Bergleute wider und zeugt von Schaffenskraft, Solidarität und Optimismus.

Trinkhallenkultur im Ruhrgebiet:
Auch bei der Trinkhallenkultur im Ruhrgebiet spielt der soziale Zusammenhalt eine zentrale Rolle: Trinkhallen nehmen als typische Treffpunkte eine wichtige Funktion für die Nachbarschaft ein und stellen Orte der Integration und des Austausches dar.

Diese beiden Empfehlungen der Jury wurden jetzt von Kultur- und Wissenschaftsministerin
Isabel Pfeiffer-Poensgen bestätigt. Zwölf Einträge hat jetzt das so genannte Landesinventar, darunter u.a. der Rheinische Karneval, das Schützenwesen und die Bolzplatzkultur.