Nachruf Gerd Schute

Erschüttert und fassungslos haben wir von dem plötzlichen Tod unseres Vereinsvorsitzenden erfahren.

Gerd Schute

Er führte über 10 Jahre als Vorsitzender den Bergbauverein Dorsten, gestaltete ihn auf professionelle Weise und machte ihn zu einem festen Bestandteil der Dorstener Öffentlichkeit.

Maßgeblich hat er am Nutzungskonzept der Maschinenhalle mitgewirkt: Das Konzept „Heiraten in der Maschinenhalle“ trägt seine Handschrift, viele Ausstellungen wurden von ihm betreut.

Gerd kam ursprünglich von der Zeitung, das zeichnete ihn aus im Umgang mit jeder Art von Öffentlichkeit wie Politik, Verwaltung und Medien.

Über 10 Jahre war Gerd unser Steuermann, ihn als Vorsitzenden zu haben, gab dem Verein Gewissheit auf dem richtigen Weg zu sein.

Wir sind voller Dankbarkeit für Gerds Lebens- und Vereinsleistung, die geradezu aufopfernd war. Solange es uns gibt, wird Gerd in unseren Herzen sein.

Seiner Ehefrau Ute, sowie seinen Kindern und der gesamten Familie gilt unser tiefes Mitgefühl. Unsere Gedanken sind bei ihnen.

Glückauf, Gerd!

Dein Verein für Bergbau- Industrie- und Sozialgeschichte Dorsten

Hilfreiche Spende für den Bergbauverein

Corona, Inflation und Energiekrise – Bund und Land haben viele Hilfsprogramme auf den Weg gebracht und Milliarden Euro schon ausgegeben und weitere in Aussicht gestellt, aber für Wolfgang Littwin, Kassierer des Bergbauvereins, sieht die Bilanz bisher so aus: „Wir haben zwar weniger Einnahmen bei mehr Ausgaben, weil wir aber nicht zu den gemeinnützigen Vereinen gehören, die krisenbedingt in ihrer Existenz bedroht sind, bekommen wir auch keine Hilfen.“ Umso erfreuter war Littwin jetzt über den Besuch von Antje Föcker, die im Namen der Sparkasse Vest Recklinghausen einen Spendenscheck über 500 € mitbrachte. So wolle die Sparkasse, sagte Bankerin Antje Föcker bei der Scheckübergabe an der Maschinenhalle Fürst Leopold, den Verein in seinem Bemühen unterstützen, den Krisen zum Trotz seine verdienstvolle Arbeit in der Maschinenhalle und in der benachbarten Kolonie Fürst Leopold fortzusetzen.

„Der große Scheck bekommt einen Ehrenplatz im Foyer der Maschinenhalle“, bedankte sich Wolfgang Littwin und er werde dort auch nach dem Saisonende – letzter Öffnungssonntag ist von 13-17 Uhr der 30. Oktober – bis zum Start der neuen Saison am 26. März 2023 überwintern. Und fügte mit einem Augenzwinkern hinzu: „Dies dann auch in der Hoffnung, dass andere dem schönen Beispiel der Sparkasse folgen.“

Antje Föcker und Wolfgang Littwin bei der Scheckübergabe.

Energie sparen, also Licht aus

Deutschland muss Energie sparen, also den Gas- und Stromverbrauch drastisch reduzieren. Deshalb hat Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck auf der Grundlage des Energiesicherungsgesetzes verschiedene Verordnungen auf den Weg gebracht. Ab 1. September gilt für zunächst sechs Monate: Öffentliche Gebäude dürfen nachts nicht mehr angestrahlt werden. Es wird wieder dunkel auf Fürst Leopold.

Trauort Maschinenhalle mit Rekord-Nachfrage

„… erkläre ich Sie hiermit für rechtmäßig verbundene Eheleute.“ Bald sind es 500 Paare, die sich in der Maschinenhalle Fürst Leopold das Jawort gegeben haben, die Nachfrage steigt und steigt, auch, weil viele Verliebte als Gäste einer Hochzeitsgesellschaft auf die Idee gebracht werden, sich
das Industriedenkmal mit der historischen Dampfmaschine von 1912 als Kulisse für die eigene Trauung zu wünschen. „Gib jedem Tag die Chance, der schönste Deines Lebens zu werden.“ (Mark Twain) – Eine Trauung in der Maschinenhalle ist ein schöner Baustein dazu.

Öffnungszeiten

Ab Sonntag bis zum Saisonende einschl. 30. Oktober ist die Maschinenhalle sonntags von 13 bis 17 Uhr geöffnet – wenn uns Corona nicht doch noch im Laufe des Jahres einen Strich durch die Rechnung macht.

 

Ein letztes Glückauf für Walter Biermann

Wir halten es knapp mit dem Personenkult im Bergbauverein, aber für wen, wenn nicht für Walter Biermann, gebietet sich die Ausnahme? Im Alter von 81 Jahren ist Walter Biermann am 21. Oktober gestorben.

„Walter hast Du ein Foto von…“ – Prompt kam auf die Frage die Einladung „Dann komm mal vorbei“ und dann saß man Stunden mit Walter Biermann in seinem mit Antiquitäten überfüllten Wohnzimmer an der Heinrichstraße an einem Computer aus der Gründerzeit der PC und man kam aus dem Staunen nicht mehr heraus. Aus den über 350.000 gespeicherten Dateien filterte der ehemalige Industriemaurer Klick für Klick das Gefragte heraus. Wer sucht, der findet: Walter fand immer.

Und vor allen Dingen immer auch einen Anknüpfungspunkt, noch diese und jene Geschichte zu erzählen, oft illustriert mit einer seiner zigtausend Ansichtskarten aus dem Dorsten-Archiv, nicht weniger oft ergänzt um diese und jene Anekdote.

Walter Biermann. Mitglied im Bergbauverein seit 2010, Mitglied wohl auch in fast allen Dorstener Vereinen, die sich mit den verschiedensten Ansätzen um die Dorstener Stadtgeschichte, um die Heimatgeschichte kümmern. Walters große Verdienste auf diesem Gebiet würdigte die Stadt Dorsten mit der silbernen und erst im vergangenen Jahr mit der goldenen Ehrennadel.

Walter, danke für alles und ein letztes Glückauf.

Endspurt bei der Brunnen-Restaurierung

Pünktlich um 20 Uhr hat die „Bergmannskuh“ im Brunnen auf dem Brunnenplatz am letzten Oktober-Sonntag für dieses Jahr ihren letzten „Spuck“ erledigt, jetzt wird die Winterpause vom Bergbauverein für den Endspurt der Restaurierung genutzt. Und da ist noch einiges zu tun.

Koordiniert von Manfred Wissing wird die Brunnentechnik noch einmal gründlich unter die Lupe genommen, denn seit dem Aufbau des Brunnens 1987 sind zum Beispiel die Leitungen zu den Düsen in den Brunnentieren und die entsprechenden Ventile nicht erneuert worden. Sanierungsbedarf besteht auch am Brunnenpflaster und der Umrandung des vom Lüner Bildhauer Reinhold Schröder entworfenen Brunnens. Abhängig vom Wetter sollen diese Arbeiten einschließlich der Erneuerung der Abdeckungen der Brunnenschächte noch in diesem Jahr abgeschlossen werden.

Den aktuellen Stand der Dinge und die Pläne für die kommenden Wochen stellte für den Bergbauverein jetzt Gerd Schute der Hervestkonferenz vor, die einstimmig die weitere finanzielle Förderung des für die Siedlung und den ganzen Stadtteil wichtigen Projektes beschloss.

Wie Schute ausführte, ist der Verein sehr optimistisch, das ehrgeizige Zeil erreichen zu können, nach Ablauf der dreijährigen Patenschaft des Bergbauvereins über den Brunnen ein Konzept vorlegen zu können, das mit Hilfe von Sponsoren gewährleisten soll, die jährlichen Betriebskosten des Brunnens ohne Inanspruchnahme städtischer Mittel zu finanzieren.    

Fürst Leopold – Hervest hat einen neuen Ortsteil

„Ausverkauft“ – solche Schilder könnten an jedem der vier Kreisverkehre stehen, die das ehemalige Zechengelände Fürst Leopold erschließen, denn 20 Jahre nach Einstellung der Förderung und 13 Jahre nach der endgültigen Schließung des Bergwerks freuen sich RAG, städtische Wirtschaftsförderung und die private TeDo GmbH, dass alle Grundstücke vermarktet worden sind. „Eine Erfolgsgeschichte“, so beschreiben es gleichlautend die Beteiligten.

Diesen Erfolg hat nicht zuletzt das Projekt Soziale Stadt Hervest ermöglicht hat, also Gelder von EU, Bund und Land mit einem Volumen von knapp 19 Mio. Euro, zudem Investitionen von RAG und TeDo GmbH von zusammen noch einmal rd. 5 Millionen Euro. Erst so wurden die Aufbereitung der Flächen und die Erschließung möglich.

Und zur Vollständigkeit gehört auch, dass sich einmal mehr bewiesen hat, dass es die häufig zitierten „Ersatzarbeitsplätze“ im Sinne des Wortes beim Abschied von der Kohle nicht gegeben hat und nicht geben wird. In besten Zeiten – das waren die späten 1950-er Jahre – hatte allein Fürst Leopold über 4.000 Belegschaftsmitglieder, hinzu kamen die Mitarbeiter von STEAG und Ruhrgas. Weder quantitativ noch qualitativ hat es dafür Ersatz gegeben. Und vor diesem Hintergrund sind z.B. die Grundstücksverkäufe auf Fürst Leopold an die Betreiber von Großgaragen und Boxen durchaus zweischneidig. Nachhaltig im Sinne der Schaffung neuer Arbeitsplätze ist die Ansiedlung solcher Firmen sicher nicht.

Hervest habe, zitiert die Dorstener Zeitung den Bürgermeister, durch die Veränderungen auf Fürst Leopold „nichts von seinem urtypischen Charme verloren“. Treffender ist es wohl zu sagen, dass Hervest einen neuen Ortsteil bekommen hat. Knapp 100 Jahre galt für das Areal ein strenges „Zutritt verboten“. Jetzt steht hier nicht nur ein neues Gewerbe- und Wohngebiet, sondern mit dem historischen Ensemble Fürst Leopold, dem „Leo“, dem Sportpark ein spannender Mix, wie ihn kein anderer Stadtteil zu bieten hat.

Haltern lehnt Denkmalschutz für Fördergerüst vehement ab

Zehn Seiten umfasst das Gutachten, mit dem das Amt für Denkmalpflege beim Landschaftsverband Westfalen-Lippe dafür plädierte, das Fördergerüst Auguste Victoria Schacht 8 in Lippramsdorf-Freiheit unter Denkmalschutz zu stellen, aber beim zuständigen Fachausschuss der Stadt Haltern hat das keinen nennenswerten Eindruck hinterlassen. Ohne Gegenstimme befand das Gremium, der Bergbau sei ja nur eine zeitlich sehr begrenzte Episode in der Geschichte des Stadtteils gewesen und: Viele Menschen in Haltern würden bis heute noch unter Bergbau-Folgen wie Bergschäden an ihren Häusern leiden. Da wäre Denkmalschutz als Erinnerung an den Verursacher unpassend.

Unter Denkmalschutz gestellte Zechengebäude könne man auch in Dorsten, Marl, Recklinghausen und Bottrop besichtigen. Letztlich würden denkmalgeschützte Zechengebäude auch schlicht im Weg stehen, wenn es darum gehe, die Flächen zukunftsträchtig zu nutzen.

Wenn der LWL das Votum aus Haltern nicht akzeptiert, liegt die letzte Entscheidung beim Landesministerium für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung.

Haltern und der Bergbau – Wilhelm Neurohr hat dazu einen lesens- und bemerkenswerten Beitrag geschrieben:
Haltern und der Bergbau

Hilfreiche Geldspritze in Corona-Zeiten

Antje Föcker und Wolfgang Littwin bei der Scheckübergabe.

Nicht über Biontech oder Astrazeneca, sondern über eine mit Euro gefüllte Geldspritze durfte sich jetzt Wolfgang Littwin freuen, Kassierer des Vereins für Bergbau-, Industrie- und Sozialgeschichte Dorsten. Als „Impferin“ besuchte ihn im Namen der Sparkasse Vest Recklinghausen Antje Föcker und brachte einen Spendenscheck über 2.000 € mit. So wolle die Sparkasse, sagte Bankerin Antje Föcker bei der Scheckübergabe in der Maschinenhalle Fürst Leopold, den Verein in seinem Bemühen unterstützen, den Beschränkungen der Pandemie zum Trotz auch neue Projekte anzupacken wie die Wiederinbetriebnahme des Brunnens in der Kolonie Fürst Leopold oder die Ergänzung der Grünanlagen am Industriedenkmal Maschinenhalle.

„Natürlich hat die Pandemie auch in unserer Kasse negative Spuren hinterlassen“, antwortete Kassierer Wolfgang Littwin, „aber dank unserer Mitglieder und eben auch Förderer wie der Sparkasse Vest Recklinghausen sowie den Einnahmen aus den Trauungen in der Maschinenhalle geht es uns zum Glück finanziell so gut, dass wir nicht zu den Vereinen gehören, die sich Sorgen um die Zukunft oder gar die Existenz des Vereins machen müssen. Auch deshalb bleibe es jedenfalls bis Saisonende dabei, „dass wir während der sonntäglichen Öffnungen (13-17 Uhr) keinen Eintritt kassieren, sondern um eine freiwillige Spende bitten.“