Energie sparen, also Licht aus

Deutschland muss Energie sparen, also den Gas- und Stromverbrauch drastisch reduzieren. Deshalb hat Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck auf der Grundlage des Energiesicherungsgesetzes verschiedene Verordnungen auf den Weg gebracht. Ab 1. September gilt für zunächst sechs Monate: Öffentliche Gebäude dürfen nachts nicht mehr angestrahlt werden. Es wird wieder dunkel auf Fürst Leopold.

Trauort Maschinenhalle mit Rekord-Nachfrage

„… erkläre ich Sie hiermit für rechtmäßig verbundene Eheleute.“ Bald sind es 500 Paare, die sich in der Maschinenhalle Fürst Leopold das Jawort gegeben haben, die Nachfrage steigt und steigt, auch, weil viele Verliebte als Gäste einer Hochzeitsgesellschaft auf die Idee gebracht werden, sich
das Industriedenkmal mit der historischen Dampfmaschine von 1912 als Kulisse für die eigene Trauung zu wünschen. „Gib jedem Tag die Chance, der schönste Deines Lebens zu werden.“ (Mark Twain) – Eine Trauung in der Maschinenhalle ist ein schöner Baustein dazu.

Öffnungszeiten und Corona-Auflagen

Bei der Eröffnung der Ausstellung wird Hans Blossey anwesend sein und sicher gerne Fragen zu seiner Arbeit oder auch den Bildern beantworten. Auf den Infotafeln zu den einzelnen Aufnahmen gibt es aber auch zur Info speziell für interessierte Amateur-Fotografen technische Angaben.

Ab Sonntag bis zum Saisonende einschl. 30. Oktober ist die Maschinenhalle sonntags von 13 bis 17 Uhr geöffnet – wenn uns Corona nicht doch noch im Laufe des Jahres einen Strich durch die Rechnung macht.

Die Corona-Auflagen: Für den Besuch der Maschinenhalle gilt bis auf weiteres die 2 G-Regel, heißt: Zutritt haben nur Genesene und Geimpfte (ausgenommen Kinder und Jugendliche bis einschl. 17 Jahre), zudem gilt in der Halle die Maskenpflicht.

Ein letztes Glückauf für Walter Biermann

Wir halten es knapp mit dem Personenkult im Bergbauverein, aber für wen, wenn nicht für Walter Biermann, gebietet sich die Ausnahme? Im Alter von 81 Jahren ist Walter Biermann am 21. Oktober gestorben.

„Walter hast Du ein Foto von…“ – Prompt kam auf die Frage die Einladung „Dann komm mal vorbei“ und dann saß man Stunden mit Walter Biermann in seinem mit Antiquitäten überfüllten Wohnzimmer an der Heinrichstraße an einem Computer aus der Gründerzeit der PC und man kam aus dem Staunen nicht mehr heraus. Aus den über 350.000 gespeicherten Dateien filterte der ehemalige Industriemaurer Klick für Klick das Gefragte heraus. Wer sucht, der findet: Walter fand immer.

Und vor allen Dingen immer auch einen Anknüpfungspunkt, noch diese und jene Geschichte zu erzählen, oft illustriert mit einer seiner zigtausend Ansichtskarten aus dem Dorsten-Archiv, nicht weniger oft ergänzt um diese und jene Anekdote.

Walter Biermann. Mitglied im Bergbauverein seit 2010, Mitglied wohl auch in fast allen Dorstener Vereinen, die sich mit den verschiedensten Ansätzen um die Dorstener Stadtgeschichte, um die Heimatgeschichte kümmern. Walters große Verdienste auf diesem Gebiet würdigte die Stadt Dorsten mit der silbernen und erst im vergangenen Jahr mit der goldenen Ehrennadel.

Walter, danke für alles und ein letztes Glückauf.

Endspurt bei der Brunnen-Restaurierung

Pünktlich um 20 Uhr hat die „Bergmannskuh“ im Brunnen auf dem Brunnenplatz am letzten Oktober-Sonntag für dieses Jahr ihren letzten „Spuck“ erledigt, jetzt wird die Winterpause vom Bergbauverein für den Endspurt der Restaurierung genutzt. Und da ist noch einiges zu tun.

Koordiniert von Manfred Wissing wird die Brunnentechnik noch einmal gründlich unter die Lupe genommen, denn seit dem Aufbau des Brunnens 1987 sind zum Beispiel die Leitungen zu den Düsen in den Brunnentieren und die entsprechenden Ventile nicht erneuert worden. Sanierungsbedarf besteht auch am Brunnenpflaster und der Umrandung des vom Lüner Bildhauer Reinhold Schröder entworfenen Brunnens. Abhängig vom Wetter sollen diese Arbeiten einschließlich der Erneuerung der Abdeckungen der Brunnenschächte noch in diesem Jahr abgeschlossen werden.

Den aktuellen Stand der Dinge und die Pläne für die kommenden Wochen stellte für den Bergbauverein jetzt Gerd Schute der Hervestkonferenz vor, die einstimmig die weitere finanzielle Förderung des für die Siedlung und den ganzen Stadtteil wichtigen Projektes beschloss.

Wie Schute ausführte, ist der Verein sehr optimistisch, das ehrgeizige Zeil erreichen zu können, nach Ablauf der dreijährigen Patenschaft des Bergbauvereins über den Brunnen ein Konzept vorlegen zu können, das mit Hilfe von Sponsoren gewährleisten soll, die jährlichen Betriebskosten des Brunnens ohne Inanspruchnahme städtischer Mittel zu finanzieren.    

Fürst Leopold – Hervest hat einen neuen Ortsteil

„Ausverkauft“ – solche Schilder könnten an jedem der vier Kreisverkehre stehen, die das ehemalige Zechengelände Fürst Leopold erschließen, denn 20 Jahre nach Einstellung der Förderung und 13 Jahre nach der endgültigen Schließung des Bergwerks freuen sich RAG, städtische Wirtschaftsförderung und die private TeDo GmbH, dass alle Grundstücke vermarktet worden sind. „Eine Erfolgsgeschichte“, so beschreiben es gleichlautend die Beteiligten.

Diesen Erfolg hat nicht zuletzt das Projekt Soziale Stadt Hervest ermöglicht hat, also Gelder von EU, Bund und Land mit einem Volumen von knapp 19 Mio. Euro, zudem Investitionen von RAG und TeDo GmbH von zusammen noch einmal rd. 5 Millionen Euro. Erst so wurden die Aufbereitung der Flächen und die Erschließung möglich.

Und zur Vollständigkeit gehört auch, dass sich einmal mehr bewiesen hat, dass es die häufig zitierten „Ersatzarbeitsplätze“ im Sinne des Wortes beim Abschied von der Kohle nicht gegeben hat und nicht geben wird. In besten Zeiten – das waren die späten 1950-er Jahre – hatte allein Fürst Leopold über 4.000 Belegschaftsmitglieder, hinzu kamen die Mitarbeiter von STEAG und Ruhrgas. Weder quantitativ noch qualitativ hat es dafür Ersatz gegeben. Und vor diesem Hintergrund sind z.B. die Grundstücksverkäufe auf Fürst Leopold an die Betreiber von Großgaragen und Boxen durchaus zweischneidig. Nachhaltig im Sinne der Schaffung neuer Arbeitsplätze ist die Ansiedlung solcher Firmen sicher nicht.

Hervest habe, zitiert die Dorstener Zeitung den Bürgermeister, durch die Veränderungen auf Fürst Leopold „nichts von seinem urtypischen Charme verloren“. Treffender ist es wohl zu sagen, dass Hervest einen neuen Ortsteil bekommen hat. Knapp 100 Jahre galt für das Areal ein strenges „Zutritt verboten“. Jetzt steht hier nicht nur ein neues Gewerbe- und Wohngebiet, sondern mit dem historischen Ensemble Fürst Leopold, dem „Leo“, dem Sportpark ein spannender Mix, wie ihn kein anderer Stadtteil zu bieten hat.

Haltern lehnt Denkmalschutz für Fördergerüst vehement ab

Zehn Seiten umfasst das Gutachten, mit dem das Amt für Denkmalpflege beim Landschaftsverband Westfalen-Lippe dafür plädierte, das Fördergerüst Auguste Victoria Schacht 8 in Lippramsdorf-Freiheit unter Denkmalschutz zu stellen, aber beim zuständigen Fachausschuss der Stadt Haltern hat das keinen nennenswerten Eindruck hinterlassen. Ohne Gegenstimme befand das Gremium, der Bergbau sei ja nur eine zeitlich sehr begrenzte Episode in der Geschichte des Stadtteils gewesen und: Viele Menschen in Haltern würden bis heute noch unter Bergbau-Folgen wie Bergschäden an ihren Häusern leiden. Da wäre Denkmalschutz als Erinnerung an den Verursacher unpassend.

Unter Denkmalschutz gestellte Zechengebäude könne man auch in Dorsten, Marl, Recklinghausen und Bottrop besichtigen. Letztlich würden denkmalgeschützte Zechengebäude auch schlicht im Weg stehen, wenn es darum gehe, die Flächen zukunftsträchtig zu nutzen.

Wenn der LWL das Votum aus Haltern nicht akzeptiert, liegt die letzte Entscheidung beim Landesministerium für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung.

Haltern und der Bergbau – Wilhelm Neurohr hat dazu einen lesens- und bemerkenswerten Beitrag geschrieben:
Haltern und der Bergbau

Hilfreiche Geldspritze in Corona-Zeiten

Antje Föcker und Wolfgang Littwin bei der Scheckübergabe.

Nicht über Biontech oder Astrazeneca, sondern über eine mit Euro gefüllte Geldspritze durfte sich jetzt Wolfgang Littwin freuen, Kassierer des Vereins für Bergbau-, Industrie- und Sozialgeschichte Dorsten. Als „Impferin“ besuchte ihn im Namen der Sparkasse Vest Recklinghausen Antje Föcker und brachte einen Spendenscheck über 2.000 € mit. So wolle die Sparkasse, sagte Bankerin Antje Föcker bei der Scheckübergabe in der Maschinenhalle Fürst Leopold, den Verein in seinem Bemühen unterstützen, den Beschränkungen der Pandemie zum Trotz auch neue Projekte anzupacken wie die Wiederinbetriebnahme des Brunnens in der Kolonie Fürst Leopold oder die Ergänzung der Grünanlagen am Industriedenkmal Maschinenhalle.

„Natürlich hat die Pandemie auch in unserer Kasse negative Spuren hinterlassen“, antwortete Kassierer Wolfgang Littwin, „aber dank unserer Mitglieder und eben auch Förderer wie der Sparkasse Vest Recklinghausen sowie den Einnahmen aus den Trauungen in der Maschinenhalle geht es uns zum Glück finanziell so gut, dass wir nicht zu den Vereinen gehören, die sich Sorgen um die Zukunft oder gar die Existenz des Vereins machen müssen. Auch deshalb bleibe es jedenfalls bis Saisonende dabei, „dass wir während der sonntäglichen Öffnungen (13-17 Uhr) keinen Eintritt kassieren, sondern um eine freiwillige Spende bitten.“

So macht Lesen Spaß…

Wer aus dem Ruhrgebiet kommt, lernt bereits in der Schule einiges über die Geschichte des Bergbaus. Aber kennen Sie schon die moderne Version des Steigerlieds und wissen, was es mit dem magischen Dreieck des Bergbaus und der Bergmannskuh auf sich hat? Wie kommen die Zechen eigentlich zu Namen wie Mitgottgewagt und Unvermuthetglück? Dietmar Bleidick nimmt mit auf die Reise durch die spannende Geschichte des Bergbaus im Ruhrgebiet unter und über Tage. Das Buch (ISBN 978-3-8375-2313-3) hat 104 Seiten und kostet 14,95 €.

Wein wird nur angebaut, wo die Sonne scheint? Die Schwerindustrie im Ruhrgebiet hatte nur männliche Pioniere? Wenn Sie denken, dass Sie schon alles über den größten Ballungsraum Deutschlands wissen, wird Sie dieses Buch überraschen. Tina Halberschmidt und Martin Wedau nehmen Sie mit durch den Kohlenpott und zeigen Ihnen ein Ruhrgebiet jenseits der Klischees: Wo ist der RuhrtalRadweg am grünsten? Wer sind die besten Revier-Comedians? Wo befinden sich die schaurigsten Gebäude und wo die höchsten Aussichtspunkte? Antworten auf diese und viele weitere Fragen finden sich in diesem Buch (ISBN 978-3-8375-2383-6), 104 Seiten und für 14,95 € zu haben.

Die Bergmanns-Tiere spucken wieder ins Becken

Zum wg. Corona verspäteten Saisonstart in der Maschinenhalle Fürst Leopold hat der Dorstener Bergbauverein auch den im Rahmen der Siedlungssanierung 1988 auf dem Brunnenplatz in der Kolonie Fürst Leopold errichteten Schröder-Brunnen wieder in Betrieb genommen. Bergmannskuh, Schwein und Geflügel können jetzt wieder bis zum Saisonende (letzter Oktober-Sonntag) ins Brunnenbecken spucken.

Mit Unterstützung der Hervest-Konferenz (Zuschuss aus dem Bürgerbudget), der Rheinisch Westfälischen Wasserwerke (RWW) und aus Vereinsmitteln wurde damit ein auf zunächst drei Jahre befristetes Projekt gestartet, mit dem ein Konzept gefunden werden soll, den Brunnen dauerhaft wieder in Betrieb zu nehmen, da ja die Stadt im Rahmen der Haushaltssanierung 2014 beschlossen hatte, den Betrieb von Brunnen von der Finanzierung der Betriebskosten durch Anlieger, Sponsoren oder eben auch Vereine abhängig zu machen.

Ausgenommen von diesem Sparbeschluss wurden lediglich die beiden Brunnen auf dem Dorstener Markt, denen damals Stadtbaurat Holger Lohse eine besondere Bedeutung der Identifikationsstiftung zuwies. Er sei notfalls sogar bereit, so Lohse damals, mit privatem Geld bei der Finanzierung der Betriebskosten dieser beiden Brunnen zu helfen.

„Das hat bekanntlich“, so Gerhard Schute als Vorsitzender des Bergbauvereins, „den Tisa-Brunnen auf dem Markt nicht vor dem späteren Abriss bewahrt“, aber auch für den Brunnenplatz als Zentrum der zwischen 1912 und 1918 für rund 750 Bergarbeiter und ihre Familien errichteten Kolonie, habe der Brunnen wohl unbestritten diese hohe Bedeutung für die Identifikationsstiftung. Schute: „Und deshalb war es dem Bergbauverein wichtig, dass der Schröder-Brunnen nicht wie der Granatapfel-Brunnen von Paul Brandenburg vor dem Franziskaner-Kloster trockene Erinnerung an bessere Zeiten bleibt, sondern wieder sprudelt und zum Verweilen auf einem der schönsten Plätze in der Stadt einlädt.“