Hilfreiche Geldspritze in Corona-Zeiten

Antje Föcker und Wolfgang Littwin bei der Scheckübergabe.

Nicht über Biontech oder Astrazeneca, sondern über eine mit Euro gefüllte Geldspritze durfte sich jetzt Wolfgang Littwin freuen, Kassierer des Vereins für Bergbau-, Industrie- und Sozialgeschichte Dorsten. Als „Impferin“ besuchte ihn im Namen der Sparkasse Vest Recklinghausen Antje Föcker und brachte einen Spendenscheck über 2.000 € mit. So wolle die Sparkasse, sagte Bankerin Antje Föcker bei der Scheckübergabe in der Maschinenhalle Fürst Leopold, den Verein in seinem Bemühen unterstützen, den Beschränkungen der Pandemie zum Trotz auch neue Projekte anzupacken wie die Wiederinbetriebnahme des Brunnens in der Kolonie Fürst Leopold oder die Ergänzung der Grünanlagen am Industriedenkmal Maschinenhalle.

„Natürlich hat die Pandemie auch in unserer Kasse negative Spuren hinterlassen“, antwortete Kassierer Wolfgang Littwin, „aber dank unserer Mitglieder und eben auch Förderer wie der Sparkasse Vest Recklinghausen sowie den Einnahmen aus den Trauungen in der Maschinenhalle geht es uns zum Glück finanziell so gut, dass wir nicht zu den Vereinen gehören, die sich Sorgen um die Zukunft oder gar die Existenz des Vereins machen müssen. Auch deshalb bleibe es jedenfalls bis Saisonende dabei, „dass wir während der sonntäglichen Öffnungen (13-17 Uhr) keinen Eintritt kassieren, sondern um eine freiwillige Spende bitten.“

Ein leuchtender Blickfang

Foto: Reinhard Ernst

Der Sommer geht, die Tage werden kürzer, aber es gibt guten Grund, sich auf die früher einbrechende Dämmerung zu freuen – siehe oben. Die Vorbereitungen für die Illumination des von der Stiftung Industriedenkmalpflege und Geschichtskultur aufwändig restaurierten Fördergerüstes Fürst Leopold Schacht 2 sind abgeschlossen, so dass einer regelmäßigen Beleuchtung des historischen Förderturms im Herbst/Winter nichts mehr im Wege steht.

So macht Lesen Spaß…

Wer aus dem Ruhrgebiet kommt, lernt bereits in der Schule einiges über die Geschichte des Bergbaus. Aber kennen Sie schon die moderne Version des Steigerlieds und wissen, was es mit dem magischen Dreieck des Bergbaus und der Bergmannskuh auf sich hat? Wie kommen die Zechen eigentlich zu Namen wie Mitgottgewagt und Unvermuthetglück? Dietmar Bleidick nimmt mit auf die Reise durch die spannende Geschichte des Bergbaus im Ruhrgebiet unter und über Tage. Das Buch (ISBN 978-3-8375-2313-3) hat 104 Seiten und kostet 14,95 €.

Wein wird nur angebaut, wo die Sonne scheint? Die Schwerindustrie im Ruhrgebiet hatte nur männliche Pioniere? Wenn Sie denken, dass Sie schon alles über den größten Ballungsraum Deutschlands wissen, wird Sie dieses Buch überraschen. Tina Halberschmidt und Martin Wedau nehmen Sie mit durch den Kohlenpott und zeigen Ihnen ein Ruhrgebiet jenseits der Klischees: Wo ist der RuhrtalRadweg am grünsten? Wer sind die besten Revier-Comedians? Wo befinden sich die schaurigsten Gebäude und wo die höchsten Aussichtspunkte? Antworten auf diese und viele weitere Fragen finden sich in diesem Buch (ISBN 978-3-8375-2383-6), 104 Seiten und für 14,95 € zu haben.

Die Bergmanns-Tiere spucken wieder ins Becken

Zum wg. Corona verspäteten Saisonstart in der Maschinenhalle Fürst Leopold hat der Dorstener Bergbauverein auch den im Rahmen der Siedlungssanierung 1988 auf dem Brunnenplatz in der Kolonie Fürst Leopold errichteten Schröder-Brunnen wieder in Betrieb genommen. Bergmannskuh, Schwein und Geflügel können jetzt wieder bis zum Saisonende (letzter Oktober-Sonntag) ins Brunnenbecken spucken.

Mit Unterstützung der Hervest-Konferenz (Zuschuss aus dem Bürgerbudget), der Rheinisch Westfälischen Wasserwerke (RWW) und aus Vereinsmitteln wurde damit ein auf zunächst drei Jahre befristetes Projekt gestartet, mit dem ein Konzept gefunden werden soll, den Brunnen dauerhaft wieder in Betrieb zu nehmen, da ja die Stadt im Rahmen der Haushaltssanierung 2014 beschlossen hatte, den Betrieb von Brunnen von der Finanzierung der Betriebskosten durch Anlieger, Sponsoren oder eben auch Vereine abhängig zu machen.

Ausgenommen von diesem Sparbeschluss wurden lediglich die beiden Brunnen auf dem Dorstener Markt, denen damals Stadtbaurat Holger Lohse eine besondere Bedeutung der Identifikationsstiftung zuwies. Er sei notfalls sogar bereit, so Lohse damals, mit privatem Geld bei der Finanzierung der Betriebskosten dieser beiden Brunnen zu helfen.

„Das hat bekanntlich“, so Gerhard Schute als Vorsitzender des Bergbauvereins, „den Tisa-Brunnen auf dem Markt nicht vor dem späteren Abriss bewahrt“, aber auch für den Brunnenplatz als Zentrum der zwischen 1912 und 1918 für rund 750 Bergarbeiter und ihre Familien errichteten Kolonie, habe der Brunnen wohl unbestritten diese hohe Bedeutung für die Identifikationsstiftung. Schute: „Und deshalb war es dem Bergbauverein wichtig, dass der Schröder-Brunnen nicht wie der Granatapfel-Brunnen von Paul Brandenburg vor dem Franziskaner-Kloster trockene Erinnerung an bessere Zeiten bleibt, sondern wieder sprudelt und zum Verweilen auf einem der schönsten Plätze in der Stadt einlädt.“

Neues aus dem Trainingsbergwerk

Auf den nächsten beiden Seiten geben wir gerne den aktuellen Newsletter aus dem Trainingsbergwerk Recklinghausen weiter, dies aber mit dem Hinweis, dass die dort angegebene Öffnung wg. Corona sicher nicht mehr stimmt.

Trotzdem: Wenn es denn die Umstände wieder erlauben, ist ein Besuch im TBW sehr zu empfehlen.

Aktuelle Infos vom Trainingsbergwerk unter

www.trainingsbergwerk.de

Tisa-Blätter werden in Pforzheim versteigert

Zwei Blätter (Drucke) der Dorstener Ehrenbürgerin Schwester Paula kommen im Mai in Pforzheim im Auktionshaus Kiefer „unter den Hammer“.

Diese Auktion findet online statt, so dass auch Dorstener um die Arbeiten von Tisa von der Schulenburg mitbieten können.

Was die Begeisterung vielleicht trüben mag: Die Drucke werden nur im Konvolut mit zwei anderen Arbeiten angeboten, sind also nicht getrennt zu ersteigern. Die Auktion findet vom 6. bis 8. Mai statt. Weitere Infos dazu auf

www.kiefer.de

Mythen, Msytik, Maggie

Ausstellung von Frank Hesse in der Maschinenhalle

Mythen, Msytik, Maggie – so heißt die Ausstellung von Frank Hesse, die ab Saisonstart in der Maschinenhalle auf Besucher wartet. Ab Saisonstart – kein Mensch weiß genau, wann das sein wird, also kein Wunder, dass der Dorstener Architekt und Künstler „mit den Hufen scharrt“. Zu sehen ist ein Querschnitt durch die neueren Arbeiten von Frank Hesse, präsentiert vom Dorstener Kunstverein e.V.

Die Termine:
Eröffnung 30. Mai 2021; letzter Ausstellungstag 31. Oktober 2021.
Öffnungszeiten sonntags 13 bis 17 Uhr.
Führungen nur nach Vereinbarung mit dem Künstler – Anfragen dazu an:
hesse-frank@t-online.de
peter.schwanenberg@gmx.de

 Der Besuch der Ausstellung unterliegt den gleichen Corona-Auflagen wie der Besuch der Maschinenhalle.

Zutritt haben:
Getestete (Vorlage eines negativen Schnelltests, der nicht älter sein darf als 48 Stunden)
Geimpfte (Vorlage des Impfausweises; die vollständige Impfung muss mindestens 14 Tage alt sein)
Genesene (Vorlage eines Attestes, dass die Genesung nach Coronainfektion mindestens 28 Tage zurück liegt)

Außerdem gilt:
– Maskenpflicht (FFP-Maske)
– Abstandsregel in der Maschinenhalle
– Rückverfolgbarkeit der Besucher (Eintrag in eine Besucherliste)
– Beschränkung der Besucherzahl (max. 30 Besucher gleichzeitig)

 Hier die aktuelle Corona-Schutzverordnung der Landes NRW

Persönliche Einladung von Frank Hesse

Meine Kindergarten-Bilder und Material-Arbeiten bekunden kein besonderes künstlerisches Talent.
Später, in der Grund- und Volksschule entdeckte ich meine Freude am Zeichnen.

Aus Geschichtsbüchern zeichnete ich Ritter und Schilderwappen ab, übertrug Landkarten und malte sie aus. Vor allem Western-Film-Sammelbilder, Indianer und Pferde haben meinen zeichnerischen Ehrgeiz gepackt. In Lego-Fantasien fand ich Ausdruck für ein kreatives Gestalten, auch vor Nähen und Sticken hatte ich keine Scheu.

Der Kunstunterricht am Gymnasium erweiterte mein Spektrum; die Sehnsucht, die Ausdruckstiefe und die handwerkliche Dimension der Kunst wurden für mich begreifbar. Schmerzhaft war aber auch, die eigenen Grenzen zu erkennen im Vergleich zu anderen guten Schülern. Es war für mich eine entdeckungsreiche Zeit, in der ich viel gemalt und gezeichnet habe.

Nach meinem Abitur packte ich meine kreativen und mathematischen Möglichkeiten zusammen und wählte ein Architektur-Studium, alternativ hatte ich mich noch für Psychologie eingetragen.

Grundlehre-Kurse im Bauhaus-Verständnis und eine Kunstgeschichts-Arbeit über den Licht-Raum-Modulator von Moholy Nagy entzündeten mich für den Bauhaus- und Konstruktivismus-Kosmos.

Meine Entwurfsideen am Modell zu prüfen und in Aktzeichenkursen meinen Blick für Proportionen zu schärfen, haben mein Verständnis von Kunst sowie die kreative Raum- und Material-Gestaltung maßgeblich beeinflusst.

Während meiner beruflichen Tätigkeit als Architekt habe ich eher sporadisch Akt- und Portrait-Kurse besucht, damit meine künstlerischen Gaben nicht gänzlich versiegen sollten.

In einer persönlichen Lebenskrise verbunden mit einer Pflege- und Sterbebegleitung meines Vaters habe ich mich mit ungewöhnlichen Material-Arbeiten, Brillenlinsen, zerschnittenen Zirkusplakaten, Assemblagen aus Umwelt-Resten befasst. Als Besinnung, Sinn- und Haltsuche hat mich meine Kunst als Lebenselixier zurück in die Spur geführt.

Eine erste Ausstellungmöglichkeit meiner Arbeiten gab mir der Dorstener Kunstverein im Oktober 2008.

Es folgten viele weitere Ausstellungen, auch mit Virtuell-Visuell, und mit meinen ersten Einzelausstellungen im April 2017 in Frankreich und Oktober 2019 im Alten Rathaus in Dorsten lernte ich die Qualität meiner Arbeiten immer mehr anzunehmen.

Nun freue ich mich Ihnen meine neueren Arbeiten in der Maschinenhalle auf dem ehemaligen Zechengelände Fürst Leopold präsentieren zu dürfen.

Drogerie auf dem Hervester „Trittstein“

Ob überhaupt und wenn ja wo und vor allen Dingen wie groß – über einen (dringend notwendigen) Drogeriemarkt in Hervest ist lange verhandelt worden. Für die dann schließlich gefundene Kompromisslösung auf dem sogenannten „Trittstein“, also dem Grundstück am Kreisverkehr Halterner Straße/Zechenstraße, haben jetzt die Vorarbeiten begonnen, ab Spätsommer soll gebaut werden.

„Trittstein“, das beschreibt ein Grundstück zwischen Harsewinkel und ehemaligem Zechengelände, nach Vorstellungen der Verwaltung, denen die Kommunalpolitik gefolgt ist, der ideale Standort für eine neue Drogerie ohne den Einzelhandel im Harsewinkel zu schwächen, wo das Rathaus diese Drogerie sehr viel lieber gesehen hätte.

Im Bild unten das Modell von dem Projekt eines holländischen Investors, das auf dem jetzt gerodeten Grundstück entstehen soll. Rechts an der Zechenstraße der Drogeriemarkt (Erdgeschoss), links ein viergeschossiges Wohn- und Geschäftshaus, einschließlich Cafe mit einer Aussengastronomie.

Ende März soll feststehen, auf welche Drogeriemarkt-Filiale sich die Hervester freuen dürfen und bis dahin soll auch entschieden sein, welcher Träger die hier vorgesehene Tagespflege für Demenzkranke betreiben wird. 

Eine vielversprechende Lichtprobe

Ja, vor einigen Monaten war in diesem Newsletter zu lesen, zur Weihnachtszeit werde dann auch das historische Schachtgerüst Fürst Leopold 2 illuminiert. Sorry, aber auch bei diesem Projekt diktierte die Pandemie den Terminplan. Weil an der Sanierung des Fördergerüstes beteiligte Firmen wg. Corona unfreiwillige „Betriebsferien“ machen mussten, war der Zeitplan auch zum Bedauern der Stiftung Industriedenkmalpflege und Geschichtskultur, die Eigentümerin von Maschinenhalle und Fördergerüst ist, nicht zu halten.

Umso erfreulicher, dass die jetzt absolvierte Lichtprobe vielversprechende Ergebnisse lieferte. Im März sollen jetzt die Arbeiten abgeschlossen werden, also die Strahler – sie können bei besonderen Anlässen wie z.B. der ExtraSchicht das Fördergerüst auch farbig ins Szene setzen – endgültig fixiert und die vier Laser exakt ausgerichtet werden, die dann quasi die Seilverbindungen zur Maschinenhalle herstellen werden.

Saisonstart 2021

Zwei Monate später als geplant startet nun auch der Bergbauverein in der Maschinenhalle Fürst Leopold die Saison 2021. Am Sonntag (30. Mai) ist das Industriedenkmal ab 13 bis 17 für Besucher/innen wieder geöffnet. Und wenn die 7-Tage-Inzidenz – entscheidend für Dorsten sind die Zahlen für den Kreis Recklinghausen – stabil bleiben, soll das ggf. mit weiteren Lockerungen auch bis Saisonende an jedem Sonntag so sein.

Natürlich zu Corona-Bedingungen und das bedeutet, dass nur Getestete, Geimpfte und Genesene Zutritt haben, dass die Maskenpflicht (FFP2- oder OP-Maske) gilt, dass ein Besuchernachweis auszufüllen ist und während des Besuchs in der Halle die Abstandsregel einzuhalten ist. Eine vorherige Terminbuchung ist nicht erforderlich, weil bis zu 30 Besucher gleichzeitig in der Maschinenhalle unterwegs sein dürfen, wobei Kinder bis 12 Jahre nicht mitgezählt werden.

Wie schon im vergangenen Jahr verzichtet der Bergbauverein wg. Corona auf eine besondere Eröffnungsveranstaltung und das gilt auch für die dann ebenfalls ab Sonntag in der Maschinenhalle zu besichtigende und vom Dorstener Kunstverein präsentierte Ausstellung „Mythen – Mystik – Maggie“ des Dorstener Künstlers Frank Hesse, der einen spannenden Querschnitt seiner Arbeiten zeigt.

Natürlich wird während der Öffnungszeit auch die historische Dampfmaschine von 1912 in Bewegung vorgeführt.

 

Arbeiten von Frank Hesse

Noch ein wichtiger Tipp: Versäumen Sie nicht vor oder nach dem Besuch in der Maschinenhalle einen Abstecher zum Brunnenplatz in der benachbarten Kolonie Fürst Leopold. Mit dem Saisonstart in der Halle wird ab Sonntag auch der Brunnen wieder in Betrieb genommen. Bergmannskuh, Schwein und Geflügel dürfen endlich wieder ins Brunnenbecken spucken.