Dorsten hat viele Gesichter – und eine Dampfmaschine

Ein Anliegen dieses Imagefilmes war es, die vielen Facetten der Lippestadt einzufangen und zu diesen Facetten gehört die historische Dampfmaschine im Industriedenkmal Maschinenhalle Fürst Leopold als prägendes Thema für das Thema Industriekultur ebenso wie Schloß Lembeck oder das alte Rathaus am Dorstener Markt.

Unter der Regie der Stadtagentur Dorsten ist aktuell ein Imagefilm für Dorsten produziert worden. Unter erschwerten Corona-Bedingungen, die aber das Team der Film- und Fernsehproduktion „haifischbaby medienbissiness“ aus Diemelstadt bestens gemeistert hat. Gestern wurde der ebenso kurze (dreieinhalb Minuten) wie kurzweilige Clip öffentlich vorgestellt.

„Der Film soll Lust auf unsere wunderschöne Stadt machen und die Menschen auch ein bisschen stolz auf Dorsten sein lassen“, so Sabine Fischer, Leiterin der Stadtagentur. Unterstützt wurde das Projekt durch die Heimat-Werkstatt Dorsten sowie das für das Thema „Heimat“ zuständige Landesministerium. Zu sehen ist dieser Film auf dem Youtube-Kanal der Stadt Dorsten – Imagefilm „Dorsten hat viele Gesichter“.

Die Maschinenhalle Fürst Leopold bleibt vorerst geschlossen

„Wir vertrauen bei der aktuellen Entwicklung der Corona-Pandemie mehr der Wissenschaft als der Politik“, so begründet der Bergbauverein seine Entscheidung, von der Option, das Museum Maschinenhalle Fürst Leopold jetzt wieder öffnen zu dürfen, keinen Gebrauch machen zu wollen. Die unverändert steigenden Inzidenzen (am 30. März Kreis RE 151,1 und Dorsten 156,6) seien nach nahezu einhelliger Meinung der Wissenschaft ein dringender Grund, Kontakte und damit Infektionsmöglichkeiten so weit wie nur eben möglich zu beschränken. Der Vereinsvorsitzende Gerhard Schute: „Wer sind wir, an der Richtigkeit solcher Appelle zu zweifeln?“

Das Angebot der Politik – der testbasierte Tagespass fürs Shoppen oder den Museumsbesuch als Anreiz oder Belohnung für die Bereitschaft, sich testen zu lassen – sei als Hebel gegen die zwischen Bund und Ländern vereinbarte und für NRW am vergangenen Freitag verkündete „Notbremse“ wohl vor allen Dingen ein Hilfsprogramm für den Einzelhandel. Für den Besuch der Maschinenhalle, die üblicherweise von Ende März bis Ende Oktober an jedem Sonntag ab 13 Uhr geöffnet ist, stelle sich zudem die Frage, wo sich potentielle Besucher samstags noch am Nachmittag testen lassen könnten, um dann sonntags zur Kaffeezeit im Industriedenkmal den „Tagespass“ vorlegen zu können.

Ein weiterer Grund für den Bergbauverein, es zunächst bei der Schließung zu belassen: Vorsorglicher Gesundheitsschutz für die Besucher, aber auch für die Mitglieder des Vereins, die ggf. den Sonntagsdienst in der Maschinenhalle versehen würden. Schute: „Was bringt den Besuchern der Tagespass, wenn Sie in der Maschinenhalle von nicht getesteten Vereinsmitgliedern begrüßt werden?“ Denn eine Testpflicht gibt es für das Personal – egal ob haupt- oder ehrenamtlich – in Museen ebenso wenig wie für die Arbeitnehmer im Einzelhandel.

Ein letzter Punkt: Das Testen als Instrument gegen die Pandemie macht Sinn, wenn es so gelingt, Infektionsketten zu durchbrechen. Für den 30. März meldete der Kreis Recklinghausen 1.942 Infizierte. Hat das Gesundheitsamt das Personal, um dieser Vielzahl von Infektionsketten auf den Grund zu gehen?

Schweren Herzens haben wir uns deshalb auch entschlossen, die Inbetriebnahme des Brunnens auf dem Brunnenplatz zu verschieben.

Wir laden hier aber gerne zu einem virtuellen Besuch an unserem interaktiven Leopold Regal ein. Mit einem Klick auf den blauen Link holt man sich das Regal mit all seinen Möglichkeiten auf den Bildschirm. Reinhard Ernst hat das für uns so programmiert (dicken Dank dafür) und bei diesem virtuellen Besuch läuft auch niemand Gefahr, dass hinter ihm gemurmelt wird „Ich will jetzt auch mal…“

Neues aus dem Trainingsbergwerk

Auf den nächsten beiden Seiten geben wir gerne den aktuellen Newsletter aus dem Trainingsbergwerk Recklinghausen weiter, dies aber mit dem Hinweis, dass die dort angegebene Öffnung wg. Corona sicher nicht mehr stimmt.

Trotzdem: Wenn es denn die Umstände wieder erlauben, ist ein Besuch im TBW sehr zu empfehlen.

Aktuelle Infos vom Trainingsbergwerk unter

www.trainingsbergwerk.de

Tisa-Blätter werden in Pforzheim versteigert

Zwei Blätter (Drucke) der Dorstener Ehrenbürgerin Schwester Paula kommen im Mai in Pforzheim im Auktionshaus Kiefer „unter den Hammer“.

Diese Auktion findet online statt, so dass auch Dorstener um die Arbeiten von Tisa von der Schulenburg mitbieten können.

Was die Begeisterung vielleicht trüben mag: Die Drucke werden nur im Konvolut mit zwei anderen Arbeiten angeboten, sind also nicht getrennt zu ersteigern. Die Auktion findet vom 6. bis 8. Mai statt. Weitere Infos dazu auf

www.kiefer.de

Mythen, Msytik, Maggie

Ausstellung von Frank Hesse in der Maschinenhalle

Mythen, Msytik, Maggie – so heißt die Ausstellung von Frank Hesse, die ab Saisonstart in der Maschinenhalle auf Besucher wartet. Ab Saisonstart – kein Mensch weiß genau, wann das sein wird, also kein Wunder, dass der Dorstener Architekt und Künstler „mit den Hufen scharrt“. Zu sehen ist ein Querschnitt durch die neueren Arbeiten von Frank Hesse, präsentiert vom Dorstener Kunstverein e.V.

Die Termine: Eröffnung (geplant) 11. April; Öffnungszeiten sonntags 13 bis 17 Uhr; Führungen nur nach Vereinbarung mit dem Künstler – Anfragen dazu bitte per E-Mail an info@bergbau-dorsten.de

 

Persönliche Einladung von Frank Hesse

Meine Kindergarten-Bilder und Material-Arbeiten bekunden kein besonderes künstlerisches Talent.
Später, in der Grund- und Volksschule entdeckte ich meine Freude am Zeichnen.

Aus Geschichtsbüchern zeichnete ich Ritter und Schilderwappen ab, übertrug Landkarten und malte sie aus. Vor allem Western-Film-Sammelbilder, Indianer und Pferde haben meinen zeichnerischen Ehrgeiz gepackt. In Lego-Fantasien fand ich Ausdruck für ein kreatives Gestalten, auch vor Nähen und Sticken hatte ich keine Scheu.

Der Kunstunterricht am Gymnasium erweiterte mein Spektrum; die Sehnsucht, die Ausdruckstiefe und die handwerkliche Dimension der Kunst wurden für mich begreifbar. Schmerzhaft war aber auch, die eigenen Grenzen zu erkennen im Vergleich zu anderen guten Schülern. Es war für mich eine entdeckungsreiche Zeit, in der ich viel gemalt und gezeichnet habe.

Nach meinem Abitur packte ich meine kreativen und mathematischen Möglichkeiten zusammen und wählte ein Architektur-Studium, alternativ hatte ich mich noch für Psychologie eingetragen.

Grundlehre-Kurse im Bauhaus-Verständnis und eine Kunstgeschichts-Arbeit über den Licht-Raum-Modulator von Moholy Nagy entzündeten mich für den Bauhaus- und Konstruktivismus-Kosmos.

Meine Entwurfsideen am Modell zu prüfen und in Aktzeichenkursen meinen Blick für Proportionen zu schärfen, haben mein Verständnis von Kunst sowie die kreative Raum- und Material-Gestaltung maßgeblich beeinflusst.

Während meiner beruflichen Tätigkeit als Architekt habe ich eher sporadisch Akt- und Portrait-Kurse besucht, damit meine künstlerischen Gaben nicht gänzlich versiegen sollten.

In einer persönlichen Lebenskrise verbunden mit einer Pflege- und Sterbebegleitung meines Vaters habe ich mich mit ungewöhnlichen Material-Arbeiten, Brillenlinsen, zerschnittenen Zirkusplakaten, Assemblagen aus Umwelt-Resten befasst. Als Besinnung, Sinn- und Haltsuche hat mich meine Kunst als Lebenselixier zurück in die Spur geführt.

Eine erste Ausstellungmöglichkeit meiner Arbeiten gab mir der Dorstener Kunstverein im Oktober 2008.

Es folgten viele weitere Ausstellungen, auch mit Virtuell-Visuell, und mit meinen ersten Einzelausstellungen im April 2017 in Frankreich und Oktober 2019 im Alten Rathaus in Dorsten lernte ich die Qualität meiner Arbeiten immer mehr anzunehmen.

Nun freue ich mich Ihnen meine neueren Arbeiten in der Maschinenhalle auf dem ehemaligen Zechengelände Fürst Leopold präsentieren zu dürfen.

Drogerie auf dem Hervester „Trittstein“

Ob überhaupt und wenn ja wo und vor allen Dingen wie groß – über einen (dringend notwendigen) Drogeriemarkt in Hervest ist lange verhandelt worden. Für die dann schließlich gefundene Kompromisslösung auf dem sogenannten „Trittstein“, also dem Grundstück am Kreisverkehr Halterner Straße/Zechenstraße, haben jetzt die Vorarbeiten begonnen, ab Spätsommer soll gebaut werden.

„Trittstein“, das beschreibt ein Grundstück zwischen Harsewinkel und ehemaligem Zechengelände, nach Vorstellungen der Verwaltung, denen die Kommunalpolitik gefolgt ist, der ideale Standort für eine neue Drogerie ohne den Einzelhandel im Harsewinkel zu schwächen, wo das Rathaus diese Drogerie sehr viel lieber gesehen hätte.

Im Bild unten das Modell von dem Projekt eines holländischen Investors, das auf dem jetzt gerodeten Grundstück entstehen soll. Rechts an der Zechenstraße der Drogeriemarkt (Erdgeschoss), links ein viergeschossiges Wohn- und Geschäftshaus, einschließlich Cafe mit einer Aussengastronomie.

Ende März soll feststehen, auf welche Drogeriemarkt-Filiale sich die Hervester freuen dürfen und bis dahin soll auch entschieden sein, welcher Träger die hier vorgesehene Tagespflege für Demenzkranke betreiben wird. 

Eine vielversprechende Lichtprobe

Ja, vor einigen Monaten war in diesem Newsletter zu lesen, zur Weihnachtszeit werde dann auch das historische Schachtgerüst Fürst Leopold 2 illuminiert. Sorry, aber auch bei diesem Projekt diktierte die Pandemie den Terminplan. Weil an der Sanierung des Fördergerüstes beteiligte Firmen wg. Corona unfreiwillige „Betriebsferien“ machen mussten, war der Zeitplan auch zum Bedauern der Stiftung Industriedenkmalpflege und Geschichtskultur, die Eigentümerin von Maschinenhalle und Fördergerüst ist, nicht zu halten.

Umso erfreulicher, dass die jetzt absolvierte Lichtprobe vielversprechende Ergebnisse lieferte. Im März sollen jetzt die Arbeiten abgeschlossen werden, also die Strahler – sie können bei besonderen Anlässen wie z.B. der ExtraSchicht das Fördergerüst auch farbig ins Szene setzen – endgültig fixiert und die vier Laser exakt ausgerichtet werden, die dann quasi die Seilverbindungen zur Maschinenhalle herstellen werden.

„Wasser marsch“

Einem Dorf gleich wurde ab 1912 auf freiem Feld zwischen der Landgemeinde Hervest und der Stadt Dorsten für rd. 700 Bergleute und ihre Familien die Kolonie Fürst Leopold gebaut. Im Stil einer Gartenstadt und mit einer bis heute sehenswerten Dorfmitte, dem Brunnenplatz. Auch einen Brunnen hatte Architekt Hans Werner Eggeling hier geplant – lange Jahrzehnte blieb es beim Plan, weil immer andere Themen viel wichtiger waren. Die beiden Weltkriege, die Jahre des Wiederaufbaus mit dem Wirtschaftswunder, das nicht zuletzt dem Bergbau zu verdanken war und gleich zu Beginn der 1960er Jahre die sich stetig verschärfende Krise des Bergbaus, die 1968 in die Gründung der Ruhrkohle mündete.

Erst mit der unter Federführung von Manfred Ludes in den 1980er Jahren durchgeführten Sanierung der vom Abriss bedrohten Zechensiedlung kam auch das Thema „Brunnen auf dem Dorfplatz“ wieder auf die Tagesordnung. Der Lüner Bildhauer Reinhold Schröder bekam den Auftrag und als der damalige NRW-Ministerpräsident Johannes Rau auf dem Brunnenrand stehend die ersten Bauabschnitte der Sanierungsarbeiten lobte, spuckten hinter ihm Schröders Brunnentiere ins Brunnenbecken. Die Brieftaube, die Ziege, das Schwein und das Federvieh – die Tiere des Bergmanns zieren diesen Brunnen.

Für die nächsten drei Jahre (2021-2023) hat der Bergbauverein die Patenschaft für den Brunnen übernommen – er soll wieder in Betrieb gehen. Drei Jahre, in denen es hoffentlich gelingt, ein tragfähiges Konzept für die Zukunft zu erarbeiten, weil die Stadt aus Haushaltsgründen zwar die (derzeit den) Brunnen auf dem Markt in der Innenstadt schultern will, nicht aber die Brunnen in den Stadtteilen.

Am letzten Sonntag im März (28.3.) heißt es auf dem Brunnenplatz nach Jahren des Stillstands endlich wieder „Wasser marsch“. Wohl nicht mit einem großen Fest, aber mit viel Begeisterung und Vorfreude auf einen Sommer, in dem wieder Kleinkinder in diesem Brunnen planschen.

Mit Zuversicht ins zweite Corona-Jahr

Auch wenn es absehbar solche Bilder wohl nicht geben wird, es sind gerade die Brautpaare, die ganz offensichtlich mit viel Zuversicht ins zweite Corona-Jahr gehen. Über 50 Anfragen bzw. Buchungen für standesamtliche Trauungen im Industriedenkmal Maschinenhalle Fürst Leopold liegen jetzt schon vor. Nach welchen „Spielregeln“ dann getraut werden darf, das richtet sich nach den amtlichen Vorgaben von Land, Kreis und Stadt – alles immer aktuell nachzulesen auf unserer Internetseite Trauungen – die dort veröffentlichte Corona-Schutzverordnung des Landes umfasst natürlich auch alle anderen Lebensbereiche.

Eine konkrete Saisonplanung ist aktuell nicht möglich, aber wir bereiten uns hinter den Kulissen so vor, als könne die Maschinenhalle tatsächlich mit dem letzten März-Sonntag ab 13 Uhr wieder für die Besucher geöffnet werden. Dazu gehört auch die Vorbereitung der Kunstausstellung von Frank Hesse mit einer für 11 Uhr geplanten Vernissage. Mag sein, dass sich der Ablauf von 2020 wiederholt – auch vor einem Jahr mussten der Saisonstart und damit die Ausstellungseröffnung verschoben werden, aus Ende März wurde schließlich Mitte Juni.

Auch die offenen Führungen durch die teilweise denkmalgeschützte Kolonie Fürst Leopold (jeweils am dritten Sonntag im Monat, Start um 14 Uhr am Brunnenplatz) und über die ehemalige Zeche mit Besichtigung von Lohnhalle und Kaue (jeweils am ersten Sonntag im Monat, Start 13 Uhr an der Maschinenhalle) sind zwar für die ganze Saison terminiert (siehe Seite Führungen), bleiben aber vorerst ausgesetzt.

Was bei aller Zuversicht wohl nicht stattfinden wird, das ist (wie leider auch schon im Vorjahr) die ExtraSchicht, also die lange Nacht der Industriekultur am letzten Juni-Samstag. Allein schon der Blick auf den Stand der Impfaktion – aktuell rd. 5,7 Impfungen – macht klar: Es ist völlig undenkbar, bis Ende Juni einen allgemeinen Infektionsschutz herzustellen, der ein solches Fest erlauben würde. Schade, aber Sicherheit geht vor.

Dreizahn-Ahorn wächst jetzt am Brunnenplatz

Zwei Jahre nachdem leider die prächtigen Kastanien am Brunnenplatz gefällt werden mussten, hat die Stadt in dieser Woche für Ersatz gesorgt. Zehn junge Dreizahn-Ahorn wurden gepflanzt. Die Fachverwaltung hatte ursprünglich für den Brunnenplatz die Silberlinde favorisiert, sich aber von den Anliegern für den klimatisch ebenso passenden, aber farblich spannenderen Ahorn überzeugen lassen. Dieser Ahorn wird  etwa 15 Meter hoch, treibt im Frühling kupferrot aus, hat im Sommer leuchtend grüne Blätter und färbt sich im Herbst rot-orange.