Dauerausstellung
Perspektiven auf das Ruhrgebiet
Hans Blossey und Many Szejstecki
Hans Blossey (1952) und Many Szejstecki (1931–2016) zeigen das Ruhrgebiet aus ungewöhnlichen Perspektiven. Wo im Alltag nur das verstrickte Mittendrin möglich ist, nehmen sie etwas Abstand und zeigen es aus der Distanz: sowohl aus der Luft von oben, als auch von weit unterhalb der Erdoberfläche. Seit 1983 dokumentiert Blossey als Luftbildfotograf diese sich stetig verändernde Region aus der Vogelperspektive und schuf damit Fotografien, die auch als Vorlagen für die fast zeitgleich entstehenden Gemälde des Künstlers und Bergarbeiters Many Szejstecki hätten fungieren können. Seine ersten sogenannten Bergbaupanoramen zeigen das Ruhrgebiet ebenfalls aus der Vogelperspektive, während er für spätere Bilder eine Art Maulwurfsperspektive entwickelte, durch die der Blick nicht von oben, sondern von unten auf das Ruhrgebiet fällt.
Die Ausstellung bringt diese beiden verschiedenen und gleichsam verbundenen Positionen zum ersten Mal zusammen. Obwohl ihre jeweiligen Herangehensweisen im Detail sehr verschieden sind, haben sie sich dennoch viel zu sagen und agieren in dieser Ausstellung perfekt miteinander.
Arbeitsweise der Künstler:
Während Szejstecki seine monumentalen Panoramen in seinem Atelier in Herten-Westerholt mit dem Tuschestift gezeichnet hat, ist bei Blossey das Cockpit seines Flugzeugs das Atelier, welches er gleichzeitig als Pilot steuert. Szejsteckis Werke sind nicht dem Zufall überlassen, sie wurden in akribischer Arbeit anhand von Plänen der Markscheiderei entwickelt. Markscheider sind Vermessungstechniker im Bergbau, sie haben über einen sehr langen Zeitraum alle Veränderungen unter Tage und geologische Forschungsergebnisse für ihre Behörde archiviert.
Szejsteckis dreidimensionales Vorstellungsvermögen und seine jahrelange Erfahrung als Landschaftsmale, ließ Werke entstehen, die ganze Landstriche des Ruhrgebiets ober- und unterhalb darstellen.Er befreite in seinen Werken die Welt unter dem Revier von Gesteinsschichten und ließ so die Arbeitswelt des Bergmanns mit Flözen, Schächten und Strecken sichtbar werden. Das alles gestaltete er mit hoher Präzision und Detaifreude, die den Betrachter staunen lässt.
Blosseys Luftbilder strahlen auf den Betrachter eine unheimliche Ruhe aus, entstehen jedoch unter erschwerten Bedingungen. Flugtempo, Lautstärke und andere Dinge sind ständige Begleiter bei seinen unzähligen Flügen.
“Perfektion aus der Luft gegriffen”, ist der passende Slogan für Hans Blosseys umfangreiches Werk. Seine Website bietet über 350.000 Aufnahmen, gleichzeitig sind einige Publikationen in den letzten Jahrzehnten entstanden.
Beide Künstler fordern in ihren Werken den Betrachter zum Suchen und Entdecken auf.
Finden Sie Ihren Ortsteil, die eigene Straße oder die Wege, die Sie zum Gipfel der Halden führt.
Ob aus der Luft oder aus der Tiefe, mit Blossey und Szejstecki erlebt man das Ruhrgebiet aus besonderen Perspektiven.
Wenn Sie mehr zur Ausstellung erfahren wollen oder eine private Führung wünschen, kontaktieren Sie
Roland Szejstecki
Telefon: 0178 2384447
Email: szejsteckiroland@gmail.com
Luftbildaufnahme von Hans Blossey
Manfred Szejstecki: Der Marler Graben, 1986–1993, Tusche und Aquarell auf Karton, 200 x 348 cm (© Deutsches Bergbau-Museum, Bochum, Foto Montanhistorisches Dokumentationszentrum).