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NRW-Stiftung soll bei Dynamisierung der Dampfmaschine helfen

Warum sollte sich die NRW-Stiftung ausgerechnet am Standort Fürst Leopold engagieren? - Wer andere mit ins Boot holen will, muss sie zunächst einmal vom Reiseziel überzeugen. Den Anfang dazu machte beim Gespräch mit der NRW-Stiftung, der Stiftung Industriedenkmalpflege, der Initiative Startklar und der Stadt Dorsten mit Hans-Udo Schneider der Vorsitzende des Bergbauvereins. Er erläuterte noch einmal das bisher vorliegende Nutzungskonzept des Vereins für die Maschinenhalle sowie die bisher erarbeiteten Ansätze zu den Themenbereichen Industrie- und Sozialgeschichte. “Wir wollen nicht”, so Schneider, “das Angebot bestehender Industriemuseen um ein weiteres bereichern, sondern wollen die Maschinenhalle als neuen attraktiven Veranstaltungsort im gesellschaftlichen Leben der Stadt Dorsten verankern.”

NRW_04_2012_02_02_(c)_gsDiesen Ball nahm Stadtbaurat Holger Lohse (links) auf und betonte, dass das Engagement des Bergbauvereins in der Maschinenhalle wie auch im geplanten Soziokulturellen Zentrum - es soll neben der Maschinenhalle errichtet werden - von großer Bedeutung sei. Volker Jenau (Bildmitte) hatte als Leiter der AG Siedlungsführung im Bergbauverein bereits den Fußweg von der Maschinenhalle zur Geschäftsstelle des Vereins am Brunnenplatz genutzt, um den Gästen das Konzept des Vereins bezüglich der Siedlungsführungen zu schildern. Ein wichtiger Punkt in diesem Konzept: Die bereits 2011 gestartete Zusammenarbeit mit den Schulen, denen nicht nur Siedlungsführungen, sondern auch Unterrichts- besuche unter der Überschrift “Ein Bergmann erzählt” angeboten werden.

Manfred Loick (rechts) meinte als Vertreter des Kulturamtes, mit dem Bergbauverein seien in der Maschinenhalle viele Veranstaltungskooperationen vorstellbar, auch in Zusammenarbeit z.B. mit der VHS oder der Musikschule. Als Geschäftsführer der Tisa von der Schulenburg-Stiftung berichtete Loick, dass die Stiftung derzeit das Lebenswerk der als Schwester Paula (1903-2001) bekannten Dorstener Ehrenbürgerin wissenschaftlich neu erfasst, anschließend wäre es natürlich “eine tolle Sache, mit Ausschnitten aus diesem beeindruckenden Lebenswerk zum Beispiel thematisch differenzierte Wechselausstellungen in der Maschinenhalle zu zeigen”; und auch für die Vergabe des Nachwuchs-Förderpreises der Stiftung - sie findet alle drei Jahre statt - sei die Maschinenhalle ein großartiger Rahmen.

NRW_03_2012_02_02_(c)_gsAxel Steinau (links), Architekt und Vorstandsmitglied im Bergbauverein, berichtete, dass er inzwischen im Auftrag der Stiftung Industriedenkmalpflege eine Bauvoranfrage für die Sanierung und Umrüstung der Maschinenhalle eingereicht hat. Wird sie positiv beschieden, soll umgehend ein Bauantrag eingereicht werden.

Für den Bergbauverein - neben Axel Steinau auf dem Bild (von links) Martin Hagemann, Bärbel Pötsch, Hannes Fischak und Hans-Udo Schneider - war es ganz wichtig, in diesem Gespräch auch die Frage nach der Dynamisierung der Dampfmaschine anzuschneiden. Martin Hagemann, Leiter der AG Dampfmaschine, betonte, der Verein habe mit viel Engagement und Arbeitseinsatz die Beweglichkeit der Maschine erhalten, weil ihre Dynamisierung durch einen Reibradantrieb zum Beispiel für das Vorhaben außerschulischer Lernort unverzichtbar sei. Eine Position, die auch von Joachim Boll (neben Schneider) von der Initiative Startklar und Dr. Marita Pfeiffer (rechts) von der Stiftung Industriedenkmalpflege geteilt wurde. Das Gutachten zur technischen Machbarkeit wurde aus Mitteln der Sozialen Stadt finanziert und liegt inzwischen vor. Danach ist klar, dass es einer zusätzlichen Förderung bedarf, um die gewaltige Koepescheibe und damit die Maschine mittels Reibradantrieb zu bewegen.

NRW_02_2012_02_02_(c)_gsMona Wehling, bei der NRW-Stiftung Leiterin des Referates Heimat- und Kulturpflege, erklärte, solche Vorhaben seien seitens der NRW-Stiftung grundsätzlich förderungswürdig und ermunterte den Bergbauverein ausdrücklich, einen solchen Förderantrag zu stellen - natürlich mit dem Hinweis, dass eine solche Ermunterung nicht als Hinweis auf eine Förderzusage missverstanden werden dürfe. Und auch zum Ausstellungskonzept und zur Ausstellungsarchitektur solle der Verein einen Förderantrag stellen, wobei Ausstellungskonzepte - gemeint ist die wissenschaftliche Basis - von der Stiftung vor allen Dingen dann unterstützt werden, wenn sie im Rahmen auch auf andere Standorte übertragbar sind.

Genau das entspricht unserer Absicht, sagte dazu Dr. Marita Pfeiffer von der Stiftung Industriedenkmalpflege und Geschichtskultur,  die in und an Industriedenkmalen an 13 Standorten engagiert ist, solche Konzepte aber allein aus eigenen Mitteln nicht finanzieren kann.

Die Initiative Startklar wird den Bergbauverein bei der Ausarbeitung der Anträge wie bisher schon beim Projekt Soziale Stadt intensiv unterstützen. - Für den Bergbauverein und hier besonders für die von Bärbel Pötsch geleitete Arbeitsgruppe Lenkungskreis bedeutet dies, dass kurzfristig noch mehr “Hausarbeiten” zu erledigen sein werden. “Langsam wird’s eng im Terminkalender”, meinte Bärbel Pötsch, aber das Ziel erfordere nun einmal und rechtfertige auch die besonderen Anstrengungen.

 

Stichwort “NRW-Stiftung”

Die Nordrhein-Westfalen-Stiftung wurde 1986 von der Landesregierung zum 40. Geburtstag des Landes NRW gegründet und hilft seitdem gemeinnützigen Vereinen, Verbänden und ehrenamtlich arbeitenden Gruppen, die sich in NRW für den Naturschutz sowie die Heimat- und Kulturpflege einsetzen. Neben diesen Organisationen ist die Westdeutsche Lotterie GmbH ein wichtiger Partner der Stiftung, denn finanzielle Basis sind neben dem Stiftungskapital vor allem die Erträge aus dem Verkauf der Rubbel- und Aufreißlose in NRW. Seit ihrer Gründung 1986 konnte die NRW-Stiftung über 225 Mio. Euro zur Unterstützung von insgesamt rund 2300 Projekten im Naturschutz sowie in der Heimat- und Kulturpflege in Nordrhein-Westfalen beisteuern.
Das von Mona Wehling geleitete
Referat Heimat- und Kulturpflege befasst sich mit vielfältigen Projekten der Heimat- und Kulturpflege. Das Spektrum der betreuten Objekte reicht von beweglichen Kulturgütern bis hin zu schützenswerten Industrieanlagen. Im Einzelnen sind dies Gemälde, Handschriften, volkskundliches Sammelgut sowie Bau, Boden- und technische Denkmäler. Auch zählt die Unterstützung von Museen, Heimathäusern, kulturellen Begegnungsstätten und Spielstätten wie Freilichtbühnen zu seinen Aufgaben. Hinzu kommt die Förderung von Veranstaltungen und Ausstellungen sowie die Vergabe von Druckkostenzuschüssen.

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