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JugendkunstProjekt - Fortsetzung ist beschlossene Sache

KP_Gesa_01_2012_02_09_(c)_gZufriedene Gesichter bei Martin Hagemann, Peter Broich und Ursel Kipp (von links), denn die Fortsetzung des erfolgreichen JugendkunstProjektes (siehe Bericht unten) ist beschlossene Sache.

Der Dorstener Kunstverein hatte Kunsterzieher aller weiterführenden Schulen zum offenen Treff in die Gesamtschule Wulfen eingeladen. Und auch wenn Peter Broich als Vorsitzender des Kunstvereins weniger Teilnehmer als erhofft begrüßen konnte, wurde es doch ein erfolgreicher Nachmittag.

Denn das diese Projektreihe zunächst mit Gruppen der Gesamtschule, des Gymnasiums Petrinum und der Ursula-Realschule fortgesetzt wird, steht jetzt bereits fest. Sowohl Ursel Kipp, die das erste KunstProjekt in der Maschinenhalle Fürst Leopold im Oktober 2011 für den Kunstverein organisiert und geleitet hatte, wie auch Martin Hagemann, Leiter der AG Dampfmaschine im Kunstverein, freuen sich auf die Fortsetzung. Und auch die Dorstener Künstler Brigitte Stüwe, Regina Schumachers und Dr. Wilhelm Müller haben ihre Teilnahme wieder zugesagt. Brigitte Stüwe beim Treff in der Gesamtschule: “Der Dialog mit den Jungen und Mädchen war unglaublich spannend und auch für eigene Kreativität befruchtend.”

Das erste konkrete Projekt, bei dem Kunstverein und Bergbauverein ihre Kooperation fortsetzen wollen, ist eine Art moderner “Schnitzeljagd” - drei Gruppen von Schüler/innen der Gesamtschule sollen sich über mehrere Tage per GPS auf Schatzsuche in der Zechensiedlung Fürst Leopold machen. Bei diesem Projekt geht es auf der einen Seite natürlich um die besondere Architektur der Zechensiedlung, um die Industrie- und Sozialgeschichte des vom Bergbau geprägten Stadtteils, gleichzeitig aber auch mit dem Einsatz der GPS-Geräte - solchen Service bietet heute fast jedes etwas neue Handy - um den Einsatz moderner Kommunikationsmittel.

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Hans Kratz, Leiter der Gesamtschule Wulfen, freut sich, dass die Bilder des JugendkunstProjektes 2011 zunächst noch in der Schulstraße der Gesamtschule ausgestellt werden. “Eine schönere Gestaltung der Bauwand könne man sich doch gar nicht wünschen”, meinte Kratz. Einige der jungen Künstler/innen waren dann auch selber vor Ort in der Gesamtschule, um ihre Arbeiten zu erklären und vom Projekt im Oktober zu erzählen. Marina Banach, Sarah Lehmann, Anna-Lena Schmitz und Max Hülsmann (von links) bewiesen mit Wort und Bild(ern), dass der Dialog von Bleistift, Malstift und später Pinsel mit der Technik in der Maschinenhalle ein spannendes Unterfangen war.

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“Das schönste Klassenzimmer in der ganzen Stadt”

KP_19_07_(c)_gsUrsel Kipp war die Seele dieses KunstProjektes. Die ehemalige Kunsterzieherin an der Gesamtschule Wulfen war als Mitglied im Dorstener Kunstverein und im Bergbauverein die Idealbesetzung für dieses Projekt, das ohne Bürokratie, aber mit ganz viel Herzblut organisiert wurde.

Die Überraschung für Ursel Kipp: “Sonst melden sich für Malprojekte mehr Mädchen als Jungen an, aber diesmal war es genau umgekehrt. Sieben Jungen und vier Mädchen sollten mitmachen - die Jungen lockte die Aussicht, eine Woche lang “Unterricht” an der denkmalgeschützten Dampffördermaschine erleben zu dürfen.”

 

 

 

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Unterstützt wurde Ursel Kipp von den Künstlern Regina Schumachers, Wilhelm Müller und Brigitte Stüwe (von links nach rechts), die vom ersten Tag an mitmachten - und zwar nach den Spielregeln, die Ursel Kipp mit den Schülerinnen und Schülern vereinbart hatte, nämlich: Erst wird skizziert, gezeichnet, fotografiert oder beschrieben - jede(r) auf seine Art, aber es sollte im Laufe der Woche eine Annäherung an die Maschine und die Maschinenhalle stattfinden. Für die drei Künstler - auch sie sind Mitglied im Kunstverein wie im Bergbauverein - war die Maschinenhalle natürlich kein Neuland, aber neu und spannend war auch für sie diese intensive Begegnung und Zusammenarbeit mit den Jugendlichen. Jugendliche Kreativität fand in der Maschinenhalle fachkundige Betreuung durch erfahrene MalerInnen - auch das sorgte am Ende für eine bemerkenswerte Qualität bei den Arbeiten der Schüler und Schülerinnen.

KP_17_04_(c)_gs Für den Bergbauverein betreute Martin Hagemann (rechts) dieses Projekt, Werner Markus (links) dokumentierte die Projektwoche mit der Kamera - einen ersten Rohschnitt seines Films konnten die Teilnehmer(innen) und Gäste bereits bei der Ausstellung zum Abschluss der Projektwoche sehen.

Martin Hagemann war vor allen Dingen an den beiden ersten Tagen ein viel gefragter Gesprächspartner. Die Schüler(innen) hatten sich Details der gewaltigen Maschine ausgesucht, die sie malen wollten, kleine Zettel mit Skizzen an die Maschine geklebt - aber bevor sie zum Malstift griffen, wollten sie von Martin Hagemann ganz genau wissen, was sie denn da malen wollten, wozu dieses und jenes Maschinenteil dient, wie sich die Koepescheibe dreht und und und und und

Für Max Hülsmann aus der Klasse 8.1 war diese Projektwoche auch die Begegnung mit der Arbeitswelt von Vater und Großvater. Beide haben auf Fürst Leopold gearbeitet.

“So ganz nebenbei” wurde die Woche des Kunstprojektes auch zur Woche von Bergbaukunde und Sozialgeschichte - das “Klassenzimmer Maschinenhalle” hat eben eine besondere Wirkung auf Schüler, Lehrer und Betreuer.

 

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Vergleichsweise vorsichtig machten sich besonders die Jungen ans Werk. An den ersten Tagen bemühten sie sich noch, jedes Detail so genau wie nur eben möglich zu zeichnen, im Laufe der Woche wurden sie mutiger, ließen die Maschine auf sich wirken und begannen, mit ihren Bildern eigene Geschichten zu erzählen.

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Eine dicke Kette, das Innenleben eines Boschölers,

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die Koepescheibe oder ein Detail an der Pleuelstange - Formen und Farben wurden vielfältiger, die jungen Künstler hatten ihren eigenen Zugang zur Maschine gefunden.

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Der Pinsel wurde freier und für Ursel Kipp wie auch für die Künstler war es spannend zu erleben, wie die Schüler(innen) von Tag zu Tag neue Ideen entwickelten und kein Problem damit hatten, auch schon einmal die Idee von gestern zu übermalen.

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Aufmerksame Beobachterin des Projektes war Ariane Schöne (links) von der Essener Mercator-Stiftung, die die Förderung des Kunstunterrichtes an Schulen auf ihre Fahnen geschrieben hat. Sie war begeistert von der Maschinenhalle und den Möglichkeiten, die sich an einem solchen Standort für die Zusammenarbeit mit Schulen anbieten und sie war begeistert von der intensiven Atelieratmosphäre. Ariane Schöne: “Da vergisst man fast, dass es hier ganz schön kalt ist.”

Begeistert von der Halle und besonders von dem, was ihre Mitschüler in der Maschinenhalle erst aufs Papier und dann auf die Leinwand gebracht haben, waren auch die aus Wulfen angereisten Mitschüler, die sich von Ursel Kipp das Projekt erklären ließen. “Da hätten wir wohl besser hier mitgemacht”, war am Rande zu hören.

Die Klasse 8.1 der Gesamtschule Wulfen ist eine besondere, nämlich eine Integrationsklasse, in der auch Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf hinsichtlich der Förderschwerpunkte körperliche Entwicklung und Lernen unterrichtet werden. Auch zwei dieser “I-Schüler” waren an dem Kunstprojekt beteiligt. “Und diese Projektwoche hat gezeigt”, so Klassenlehrerin Christiane Jacoby, “dass Integration bzw. Inklusion, also die vollständige Teilhabe am gesamtgesellschaftlichen Leben, machbar ist und Verschiedenheit völlig normal ist - wie der künstlerische individuelle Ausdruck.” Ursel Kipp und Christiane Jacoby sind beide überzeugt, dass keinem der schulfremden Projektteilnehmer oder Gäste eine “Behinderung” der zwei Jugendlichen aufgefallen ist. - So war es.

 

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Viel Besuch gab es am Donnerstag in der Maschinenhalle. WAZ-Fotograf Franz Meinert (oben links) ließ sich von Regina Schumachers im Atelier die Schülerarbeiten erklären, seine Kollegin Fabienne Piepiora (oben rechts) unterhielt sich derweil mit Bürgermeister Lambert Lütkenhorst und Martin Hagemann. “Dorsten kann sich”, so Lütkenhorst, auf diesen attraktiven Veranstaltungsort freuen.” Dass der Bürgermeister versprach, die erste Trauung in der Maschinenhalle - sie soll ja bekanntlich auch als Heiratszimmer dienen - selbst vorzunehmen, hörte Martin Hagemann natürlich gerne.

Für den Direktor der Gesamtschule, Johannes Kratz (unten links im Gespräch mit dem Bürgermeister), steht fest, “dass wir hier noch viele Projekte anpacken werden, auch in anderen Fächern wie Geschichte oder auch Physik.”

“Mensch, das ist ja großartig, was ihr hier macht!” Künstler Norbert Then (unten rechts), der in der Nachbarhalle ein Atelier hat, gratulierte Ursel Kipp zu diesem Projekt und meinte mit Blick in die Zukunft: “Da kann man sich doch nur auf die Nachbarschaft und die Zusammenarbeit freuen.”

KP_20_11_BroichBegeistert war auch Peter Broich (links), Vorsitzender des Kunstvereins Dorsten. “Dieses Projekt entspricht genau meinen Intentionen von einer Zusammenarbeit mit dem Bergbauverein in dieser einzigartigen Maschinenhalle”, so Broich. Es sei absolut richtig, auch spontane Ideen zu entwickeln und sie dann auch umzusetzen, man dürfe nicht Kreativität durch ewig lange Diskussionen und Abstimmungen über Konzepte und deren Finanzierung bremsen. Das Projekt beweise doch, dass die Maschinenhalle auch in ihrem aktuellen Zustand schon für wegweisende Aktionen genutzt werden könne.

Im Dorstener Kunstverein war die Idee von Ursel Kipp von Beginn an auf großen Rückhalt gestoßen und auch die Finanzierung des Projektes durch den Kunstverein - rd. 700 € für die Malutensilien - hatte sich schnell positiv erledigt.

Der Bergbauverein und der Kunstverein Dorsten wollen die Maschinenhalle für Wechselausstellungen nutzen, aber auch für Lernort-Erlebnisse und Workshops von Künstlergruppen oder einzelnen Künstlern.

 

 

 

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Für die Eröffnung der kleinen Ausstellung, mit der am Freitag die Projektwoche buchstäblich ausklang, hatten sich Ursel Kipp und die Jugendlichen etwas besonderes einfallen lassen. Es traf sich eben gut, dass ein Teil der Schüler(innen) aus der “Bläserklasse” der Gesamtschule kommt und so gab es für die Besucher nicht nur Feinkost für die Augen, sondern auch gleich noch einen Beweis für die tolle Akustik der Maschinenhalle. Nico Wischerhoff (links) eröffnete im Basisgeschoss den Dialog mit der Trompete, aus dem Obergeschoss (grüne Halle) antworteten Angela Enger, Sarah Lehmann und Anne-Lena Schmitz mit Querflöten und Klarinette - bis sich das Quartett schließlich an der schwarzen Maschine traf.

Und dann der Höhepunkt der Projektwoche für die jungen Künstler. Marina Banach, Pascal Huesmann, Hendrik Geldermann, Louis Wilson-Tetteh und Max Hülsmann (alle Jahrgang 8) sowie Florian Ciszewski, Yannick Dunstmann, Nico Wischerhoff, Angela Enger und Sarah Lehmann zeigten mit berechtigtem Stolz ihre Bilder:

Doch vorab noch die ersten Skizzen, mit denen die Schüler(innen) in die Woche gestartet sind:

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Diese kleinen Zettel hingen an den ausgesuchten Motiven in der Maschinenhalle und so haben sich diese Skizzen im Laufe der Woche verwandelt:

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Unten rechts ein Beispiel für die Mühen einer Künstlerwoche unter dem Motto von der Skizze (oben) zum Portrait (unten).

Und wann kann man wo diese Bilder sehen? Sehr bald sicher in der Gesamtschule Wulfen. Und der Bergbauverein denkt daran, diese Bilder zum Thema seiner Beteiligung am Lichterfest in der Dorstener Innenstadt am 6. November zu machen. Auch die jungen Künstler würden gerne mitmachen bei einer solchen Aktion, auch die Bläsergruppe.

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Auch Regina Schumachers will dann zeigen, was in dieser Woche in der Maschinenhalle entstanden ist.

Berichte in der Logo_WAZ und in der Logo_Dorstener_Zeitung

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