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Straßennamen und ihre Bedeutung

Brunnenplatz:

Der Platz sollte beim Aufbau der „Kolonie“ einen Brunnen erhalten.
1933 -1945: „Adolf-Hitler-Platz“.

Brunnenstraße:

Die Brunnenstraße führt zum Brunnenplatz.

Burgsdorffstraße:

Albert Alhard Wilhelm von Burgsdorff, geboren 1857 in Deutz, gestorben 1919 in Garath, Rittmeister a.D., Mitbegründer der Zeche Fürst Leopold, Aufsichtsratmitglied der neuen Gesellschaft, gleichzeitig Grubenvorstand der Gewerkschaft „Fürst Leopold I“.

Compesstraße:

Dr. Erwin Compes, geboren1852, gestorben 1924,
Justizrat, Rechtsanwalt im Bezirk des OLG Köln, Mitglied im Aufsichtsrat der Aktiengesellschaft „Neusser Hütte“, Mitbegründer der Zeche „Fürst Leopold“.

Freiligrathstraße:

Ferdinand Freiligrath, geboren 1810, gestorben 1876, deutscher Dichter, verherrlichte in Gedichten und Aufrufen die Ideen der Revolution von 1848. Er flüchtete nach London ins Exil. Er nannte sich selbst „Trompeter der Revolution“.

ursprünglicher Name: Scharnhorststraße.

zusammen mit Blücherstraße und Gneisenaustraße eine der „patriotischen“ Straßen der Zechensiedlung. Gerhard Johann David von Scharnhorst, geboren 1755, gestorben 1813, seit 1807 Generalmajor und Vorsitzender der militärischen Reorganisationskommission, in der er mit Gneisenau zusammenarbeitete, Leiter des neu geschaffenen Kriegsministeriums. Scharnhorst führte im Zusammenhang mit den preußischen Reformen die Heeresreform durch (1813 Einführung der allgemeinen Wehrpflicht und Aufbau eines „Volksheeres“);
1813 als Generalstabschef Blüchers schwer verwundet.
 

Friedrich-Ebert-Straße:

Friedrich Ebert, geboren 1871 in Heidelberg, gestorben 1925 in Berlin, deutscher Staatsmann, Gewerkschafter, Reichtagsabgeordneter, seit 1913 Vorsitzender der SPD, 1919 vorläufiger Reichspräsident, Amtszeit 1922 verlängert, kämpfte gegen Rechts- und Linksradikalismus. Seiner überparteilichen maßvollen Haltung ist die Festigung der demokratischen Ordnung der Weimarer Republik zu verdanken.

ursprünglicher Name: Gneisenaustraße.

dann nach 1925 Ebertstraße,
1933 – 1945: Franz-Seldte-Straße,
nach 1945 Umbenennung in Friedrich-Ebert-Straße.
 

Glück-Auf-Platz:

Nach dem bergmännischen Gruß “Glück Auf!”
bis 1933 Ebertplatz oder Düsterbergplatz,
1933 – 1945: Von-Scheven-Platz

Danach ohne offiziellem Namen, jedoch weiter als „Von-Scheven-Platz“ gebräuchlich, 1985 Umbenennung in Glück-Auf-Platz.

Emil von Scheven, Gastwirt und Nationalsozialist, verunglückte am 20.4.1933 an der Ecke Dorstener-/Haltener Straße tödlich. Er feierte mit anderen Genossen Führers Geburtstag und fiel betrunken von der Kühlerhaube eines Lieferwagens. Die Beerdigung wurde als großes Ereignis unter Beteiligung der NSDAP, SA, SS, HJ, Polizei, dem Kirchenchor und dem Gemeindevorsteher gefeiert.

Glück-Auf-Straße:

Die Schreibweise des Straßennamens ist falsch, richtig müsste es heißen: Glückaufstraße.

um 1910 Kaiserstraße, benannt um 1910 als „patriotische“ Straße nach Kaiser Wilhelm I., wie Augustastraße, Wilhelmstraße und Joachimstraße.
Nach 1933: umbenannt in Arthur-Wagner-Straße.
Nach 1945: Umbenennung in Glück-Auf-Straße.

Arthur Wagner, geboren 1894, gestorben 1935, Bergmann aus Hervest, SA-Standartenführer in Dorsten.
 

Hauerstraße:

Benannt nach dem Hauer, einer qualifizierten bergmännische Fachkraft, nach Art der bergmännischen Tätigkeit unterteilt in: Strebhauer, Kohlenhauer, Streckenhauer, Ortshauer, Schachthauer.

ursprünglicher Name: Gahlenstraße, nach 1933 umbenannt in Tannenbergstraße.
1914 Schlacht im 1.Weltkrieg, Deutschland gegen Rußland bei Tannenberg in Ostpreußen unter Hindenburg.

Nach 1945: Heidestraße.
17.04.1975: Umbenennung in Hauerstraße, zur Vermeidung von Doppelnamen im Rahmen der kommunalen Neuordnung.

Heinrich-Wienke-Straße:

Heinrich Wienke, geboren 1873 in Dortmund-Marten, gestorben 1944 in Hervest, 1901 Bergassessor in Dortmund, 1905 Revierberginspektor in Recklinghausen, 1910 Bergwerksdirektor der Zeche „Fürst Leopold“ (Eisen- und Stahlwerke Hoesch AG) in Hervest, 1931 Ruhestand. Wohnte ab 1939 in Hervest. 1918 erhielt er das Verdienstkreuz der Kriegshilfe.

Ursprünglicher Name: Hedwigstraße.
1933 – 1945: Tannenbergstraße (s.a. Hauerstraße).

Im Harsewinkel:

Alter Flurname, noch aus der Zeit vor der Bebauung durch die Zeche, urkundlich bereits 1537 erwähnt, in Urkarten um 1830 Gebiet nördlich der Lippe und östlich der Straße Dorsten–Holsterhausen, der späteren Borkener Straße.

Leopoldstraße:

Nikolaus Leopold II., Fürst zu Salm-Salm zu Anholt, geboren 1838, gestorben 1908. Wild- und Rheingraf, Malteserritter, Herzog von Hoogstraeten, Regalbesitzer (Bergrechte) 1886 – 1908, auch Zoologe und Dendrologe mit naturhistorischer Sammlung, schuf 1895 – 1902 den Leopoldpark am Schloß Anholt. Die Fürsten zu Salm-Salm hatten als Entschädigung für die Aufgabe ihrer Rechte 1803 die Herrlichkeit Lembeck erhalten und waren dort Standesherren bis 1810.

Um 1910: Yorkstraße, benannt zusammen mit Scharnhorststraße, Bülowstraße und Gneisenaustraße als eine der „patriotischen“ Straßen in der Zechensiedlung. Hans David Ludwig York von Wartenburg, geboren 1759, gestorben 1830, preussischer Feldmarschall, Führer im Freiheitskrieg 1813.

Marxstraße:

Karl Marx, geboren 1818 in Trier, gestorben 1883 in London, deutscher Philosoph, Nationalökonom, Journalist, Theoretiker des Sozialismus, Begründer des Marxismus, Zusammenarbeit mit Engels am „Kommunisten Mannifest“.

ursprünglicher Name: Bülowstraße.

Bernhard Heinrich Martin Fürst von Bülow,geboren 1849, gestorben 1929, deutscher Politiker, 1900 – 1909 Reichskanzler, gewandter Diplomat.

Müllerstraße:

Albert Müller, geboren 1847, gestorben 1925, Bankdirektor, Stadtverordneter in Essen, Vorsitzender des Aufsichtsrates der Essener Creditanstalt, eine der bekanntesten damaligen Persönlichkeiten im Finanz- und Wirtschaftsleben des Ruhrgebiets, Betätigung auf sozialpolitischem Gebiet, Vorstand der Essener Börse, Mitbegründer der Zeche „Fürst Leopold“.

Sadeckistraße:

Leo Sadecki, geboren 29.6.1879 in Glozewo. 10.8.1923 in Hervest von Belgiern erschossen, Bergmann, zugezogen aus Recklinghausen am 11.4.1913. Am rechten Ufer über die Lippe hinweg von Belgiern vom besetzten südlichen Ufer beim Ziegehüten „ohne Grund“ erschossen, Gerüchte überliefern, dass er den Belgiern sein blankes Hinterteil gezeigt habe. Von Nationalsozialisten zum Widerständler gegen die Besatzung hochstilisiert, die Tat galt als „Akt reinster Willkür”.

Am 27.8.1933 Umbenennung eines Teils der damaligen Scharnhorststraße, der heutigen Freiligrathstraße.

Schachtstraße:

Verlängerung vom Tor zum Schacht der Zeche „Fürst Leopold“.

ursprünglicher Name: Körnerstraße.

1945: Umbenennung in Schachtstraße aufgrund der Eingemeindung von Hervest nach Dorsten (1943) wegen Vermeidung desselben Namens mehrfach in Dorsten.

Vinzenzstraße:

Die Bedeutung des Namens ist unklar.
Ursprünglicher Name: Gustavstraße.
1933 – 1945: Memelstraße.

Memel : Fluss in Russland, vor 1945 zu Ostpreußen (Deutsches Reich) gehörend.