Banner VBISG_Dorsten_weiss_grau

Funktionsprinzip der Zwillingstandem-Verbunddampfmaschine

Bei der Dampffördermaschine im östlichen Maschinenhaus von Schacht 2 handelt es sich um eine Zwillingstandem-Verbundmaschine mit Ventilsteuerung, erbaut 1912 von der Friedrichs-Wilhelmshütte in Mülheim. Sie besteht aus zwei Dampfmaschinen in Zwillingsanordnung, die über eine gemeinsame Welle die Koepescheibe (Treibscheibe) antreiben. Jede Maschine besitzt einen Hochdruckzylinder mit einem Durchmesser von 750 mm und einen Niederdruckzylinder mit einem Durchmesser von 1250 mm. Der Kolbenhub beträgt 1800 mm; der Dampfdruck beim Eintritt in die Dampfmaschine 13 bar. Der aus dem Hochdruckzylinder austretende, teilentspannte und abgekühlte Dampf wird anschließend in den Niederdruckzylinder geleitet. Dort trägt er zur Gesamtleistung der Maschine mit bei. Dem größeren Dampfvolumen und dem verringerten Druck wird durch den größeren Zylinderdurchmesser des Niederdruckteils Rechnung getragen.

 


Die Kurbeln der beiden Tandem-Maschinen sind um 90° zueinander versetzt. Damit wird erreicht, dass sich wenigstens eine der beiden Pleuelstangen beim Anfahren nicht gerade in einer Totpunkt-Stelllung (0° bzw. 180°) befindet.

Die Dampfmaschine war bis Juni 2008 ohne längere Unterbrechungen im Betrieb.

Der Bergbauverein restauriert seither die Anlage und plant, einen elektrischen Antrieb einzubauen, um Besuchern eine Fördermaschine in Bewegung präsentieren zu können.

dampfmaschine_1912_600px_breit_72dpi