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Der Fördermaschinist

Die Förderkörbe punktgenau auf den Sohlen und der Hängebank zu positionieren war Aufgabe der Fördermaschinisten. In den Anfängen der Schachtförderung erfolgte die Kommunikation zwischen den Sohlen (Förderhöhen) und dem Maschinisten allein akustisch. Ein per Seil aus der Tiefe betätigter Schachthammer im Maschinenhaus zeigte durch seine Glockenschläge an, welcher Vorgang vom Fördermaschinisten einzuleiten war,  z.B.  1 Schlag = HALT,    2 Schläge = AUF. Später erfolgte die Verständigung zwischen den „Anschlägern“ in den Förderhöhen und dem Maschinisten elektrisch bzw. elektronisch.

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Walter Surrey, sen. (in den 1940er Jahren) auf dem Fördermaschinistenstuhl der westlichen Dampfmaschine von Schacht 1

Die Position des Förderkorbs las man grob am „Teufenanzeiger“ ab; anfangs auf einer Art “Zeigeruhr” (s. links im Bild), später an einer 4 m hohen schmalen Tafel, an der ein über ein Getriebe mit der Seiltreibscheibe verbundener Zeiger sich auf und ab bewegte. Der exakte Stand wurde durch Farbmarkierungen auf dem Seil angegeben.

Es war schon viel Fingerspitzengefühl notwendig, um die Förderkörbe mit verschiedenen Beladungen genau zu befördern. Gerade bei Seilfahrten (Personenfahrten) eine verantwortungsvolle Aufgabe, denn der Fördermaschinist bremste die Körbe mit seiner 2500 PS starken Dampfmaschine per handbetätigter, mechanischer Hebel.

So verwundert es nicht, dass Maschinisten im Bergbau vom Dienst in der Reichswehr freigestellt waren.