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Spannende Entdeckung bei der Wand-Restaurierung

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Unverhofft kommt eben nicht oft, aber das war für die Diplom-Restauratorin Susanne Salomon-Hox bei der Wandsanierung in der Maschinenhalle Fürst Leopold eine sehr willkommene Überraschung: In einem Wandfeld in der schwarzen Maschinenhalle entdeckte sie in einem Putzbruch Anstrichreste. Wie das? Bisher war man doch davon ausgegangen, die oberste Schicht sei, so sie noch erhalten ist, der Originalanstrich aus der Bauzeit, mithin aus dem Jahr 1912. Diese Annahme hat sich jetzt erledigt, denn dieser aufwändige Anstrich ist ganz offensichtlich nicht der erste Anstrich, der der Maschinenhalle verpasst wurde.

Klein im Bild Mitte links und unten im Bild unten vergrößert sind andere Muster zu erkennen, die sich auch auf der Wand wiederholen, im Bild oben ist unten rechts das Muster wiederzuerkennen. Die Überzeugung von Susanne Salomon-Hox: Hier sehen wir tatsächlich die Reste des ersten Anstrichs.

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Schön für die Restauratorin, dass sie im gleich Feld nachzählen konnte, wie oft dieser Anstrich übermalt oder auch überputzt worden ist - was bisher fürs Original gehalten wurde, ziert die oberste von sechs Schichten

So wird über vorsichtig praktizierten Denkmalschutz ganz plötzlich ein neues Kapitel aus der Geschichte der Maschinenhalle Fürst Leopold entdeckt und erzählt.

 


Keine Kosmetik für die Wände der Maschinenhalle

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Mit der nördlichen Giebelwand in der schwarzen Maschinenhalle haben jetzt die aufwändigen Restaurationsarbeiten an den Wänden begonnen. Restauration heißt aber in diesem Fall nicht, dass der durchaus kunstvolle Originalanstrich - ein über eine Schablone auf den Putz gerolltes Muster - wieder hergestellt wird, Restauration bedeutet vielmehr vorsichtige Reinigung und Reparatur und vor allen Fixierung des aktuellen Zustands.

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Mit feinem Werkzeug werden in luftiger Höhe auf dem Gerüst von den Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen der Diplom-Restauratorin Susanne Salomon-Hox Putzblasen entfernt und Setzrisse aufgefüllt, der Schmutz, der sch über Jahrzehnte auf der Wand abgesetzt hat, wird vorsichtig entfernt. Die Wände behalten wie ein alterndes Gesicht ihre Falten und auch Narben - eine Botox-Kosmetik, wie sie an anderen ehemaligen Zechenstandorten praktiziert wurde, soll es in der Maschinenhalle Fürst Leopold nicht geben.

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Vom hohen Gerüst aus ergeben sich spannende Perspektiven auf die historische Dampfmaschine von 1912 - es braucht allerdings schon etwas Mut, sich auf diese Herausforderung einzulassen.