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Dampffördermaschinen auf Fürst Leopold

“Nur wo Dampfmaschinen schwunghaft wirken,
kann des Volkes Heil erblühn,
nur in heiteren Fabrikbezirken
wird die Menschheit edel, frei und kühn,
denn gewiss ist, dass der Mensch ein Vieh war,
als die Welt noch ohne Industrie war.”


(Gedicht eines unbekannten Autors aus der Mitte des 19. Jahrhunderts,
aus “Sonderdruck Recklinghausen im Industriezeitalter”, Jürgen Laege:
Dampffördermaschinen: Entwicklung, Einsatz und Auswirkungen)
 

östl. Tandemdampfmaschine (c) HagemannDie interessantesten historischen Maschinen der Zeche Fürst Leopold befinden sich im zweischiffigen Fördermaschinengebäude, welches nach einem Bauplan von 1911 errichtet wurde, und zwar zwei Fördermaschinen, die bis Mitte 2008  noch mit Dampf angetrieben wurden. Zum einen eine dampfbetriebene Zwillingsfördermaschine, sowie eine Zwillingstandem-Dampffördermaschine. Beide Maschinen, heute eine weltweit technische Einmaligkeit, stammen aus der Werkstatt der Friedrich-Wilhelmshütte in Mülheim an der Ruhr.

Die östliche Halle ist Standort einer 1912 gebauten ventilgesteuerten Zwillingstandem-Dampffördermaschine (Bild links). Sie hatte eine Leistung von 1.839 KW (2.500 PS), entsprechend der Leistung von ca. 36 Mittelklasse-Pkw.

 

westl_Dampffördermaschine, (c) HagemannIn der westlichen Halle befindet sich eine Zwillings-Dampfmaschine. Die 1915 gebaute Maschine (s. Bild rechts)  wurde 1972 durch einen Umbau auf Hochdruckbetrieb leistungsverstärkt. Für diesen Umbau war die Eisenhütte Prinz Rudolph in Dülmen beauftragt worden. Die Maschinenleistung betrug 3.250 KW (4.420 PS), was einer Leistung von ungefähr 65 Mittelklassewagen entsprach.

 

 

 

 

 

Pleuelstange, (c) WAZ, Lutz von StaegmannBeide Maschinen waren ehemals baugleich; somit haben die Treibscheiben den gleichen Durchmesser von 7,50 Meter. Die Zylinderdurchmesser bei der Fördermaschine West betragen 1250 mm, bei der Fördermaschine Ost 750 bzw. 1250 mm und der Hub ist bei beiden Maschinen 1800 mm. Die Maschinen wurden mit einem Dampfdruck von 14 bar gespeist. In beiden Maschinenhallen  ist die ursprüngliche Dekoration mit Wand- und Bodenfliesen vorhanden; die handbetriebenen Kranbahnen stammen aus dem Jahr 1914.

 

 

 

 

Gutachten Dr. Müller, Bergbaumuseum