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Zeit, dass sich was dreht - Die Botschaft kam an

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Auf der Leinwand: Das Titelblatt unseres Vereinsbeitrags “Zeit, dass sich was dreht”

Preisverleihung im Geschichtswettbewerb “War was?”

Die Gewinner des 6. Geschichtswettbewerbs des Forums Geschichtskultur an Ruhr und Emscher stehen fest: Insgesamt 85 Preise hat die Jury vergeben und während einer feierlichen Preisverleihung im Hans-Sachs-Haus in Gelsenkirchen überreicht. Der Wettbewerb ist mit insgesamt 326 Beiträge von 293 Geschichtsbegeisterten ein Riesenerfolg. Mit Unterstützung der Nordrhein-Westfalen-Stiftung Naturschutz, Heimat- und Kulturpflege, der Stiftung Kulturhauptstadt Ruhr.2010, der Stiftung Mercator GmbH sowie des Deutschen Bergbau-Museums Bochum, der Hans-Böckler-Stiftung, des Ruhr Museums sowie der Stiftung Industriedenkmalpflege und Geschichtskultur war er seit 1991 der sechste seiner Art.

Das Motto lautete WAR WAS? Heimat im Ruhrgebiet – Erinnerungsorte und Gedächtnisräume. Gefragt waren Arbeiten, die sich historisch-kritisch mit dem schillernden Begriff „Heimat“ auseinandersetzen oder sich mit den Erinnerungsorten des Ruhrgebiets beschäftigten. Viele Beiträge griffen lokal- oder regionalgeschichtliche Themen auf, viele die eigene Biografie oder die Familiengeschichte. Eingereicht wurde eine bunte Palette, die von persönlichen Kindheitserinnerungen über wissenschaftliche Aufsätze bis hin zu Ausstellungen, Fotoprojekten und Filmfestivals reichte.

Die meisten Beiträge kamen aus Essen (54), gefolgt von Dortmund (43), Bochum (34) und Gelsenkirchen (23), darunter 179 von historisch interessierten Menschen, 112 von Historikern, 24 von Schulen, neun von Museen und drei von Universitätsseminaren. Die jüngsten Teilnehmerinnen und Teilnehmer mit 10 und 11 Jahren sind Gesamtschüler der Gustav-Heinemann-Gesamtschule in Dortmund, die sich mit der Geschichte der Emscher beschäftigt hatten und dafür den „Sonderpreis zur Natur- und Umweltgeschichte des Ruhrgebiets“ erhielten.

Neben den Sonderpreisen gab es Preise in den Kategorien „Schüler“, „Historisch Interessierte“ sowie „Professionell Arbeitende im Wissenschafts- bzw. Medienbereich“. Die 85 Gewinner erhielten Preis-gelder mit einer Gesamtsumme von knapp 40.000 Euro. Das Besondere und in Deutschland Einzigartige an dem Geschichtswettbewerb ist, dass sowohl studierte Historiker und Historikerinnen als auch geschichtsinteressierte Laien zur Teilnahme aufgerufen waren ‒ gleich welchen Alters. Die Gesamtheit der Einreichungen gibt daher sowohl einen Überblick über historische Fragestellungen und Themen, mit denen sich die Profis in den Museen, Archiven, an den Universitäten und in den Medien auseinandersetzen als auch einen Einblick, wie sich Menschen im Ruhrgebiet mit ihrer ganz persönlichen Geschichte und den darin enthaltenen Brüchen beschäftigen.
So befassen sich die Einreichungen zu „War Was? Heimat im Ruhrgebiet“ einerseits mit Geschichte im Sinne einer kritisch-reflexiven Beschäftigung mit zurückliegenden Ereignissen und Strukturen, so wie es die Geschichtswissenschaft verfolgt. Andererseits geht es um Geschichte im Sinne individueller Erinnerungen. Beides macht Sinn: das eine, um sich Vergangenheit im Lichte gegenwärtig aktueller Fragen methodisch diszipliniert anzueignen, das andere, um prägende Erfahrungen und Erlebnisse im Sinne eines Generationenlernens nachvollziehen zu können.

Die Preisträger:
Berlin:
KÄTHE von Stephan Müller, Geschichtsbüro Berlin, und „Schacht IV - Neues Leben am alten Zechen-turm“ von Alina Brühl. Aus drei Fotosammlungen hatten Stephan Müller und sein Team Ausschnitte einer Lebensgeschichte rekonstruiert und dies in Zeiten von Internet˗Alben in die Anmutung eines leinengebundenen Fotoalbums gebracht. Ein interessantes Medium der Familiengeschichtsschreibung, für das sie einen „Sonderpreis für besondere Präsentationsformen“ überreicht bekamen. Alina Brühl wurde für ihre Arbeit über Zechenstandorte und deren Neunutzung ein „Sonderpreis zur Geschichte und Gegenwart der Arbeits- und Industriekultur“ zugesprochen.

Bochum
Einen 1. Preis in der Kategorie „professionell Arbeitende im Wissenschaftsbereich“ erhielt das Stadtarchiv - Bochumer Zentrum für Stadtgeschichte für das mit Kooperationspartnern in 2010 realisierte Ausstellungs- und Publikationsprojekt „Fremde im Revier!?“. Einen 2. Preis in derselben Kategorie wurde dem Montanhistorischen Dokumentationszentrum beim 3 Deutschen Bergbau-Museum Bochum für das dreibändige Werk „Das architektonische Werk der Architekten Fritz Schupp und Martin Kremmer“ überreicht. Dr. Arne Thomson errang mit seiner Arbeit über das „Katholisches Krankenhauswesen im Ruhrrevier“ einen 3. Preis. In der Kategorie „historisch Interessierte“ wurde der umfangreiche Sammelband „Lebensraum Kirche. Pfarrei St. Franziskus Bochum“ von Pfarrer Norbert Humberg und seinem Team mit einem 1. Preis belobigt, das Buch „Nach Untertage. Wie ein schlesischer Flüchtlingsjunge aus Niederbayern in den Ruhrbergbau kam“ von Hans Völkel in derselben Kategorie mit einem 2. Preis. Wolfgang Berke und Co-Autoren sowie Manfred Walz konnten sich in der Kategorie „professionell Arbeitende im Medienbereich“ mit ihren Beiträgen „Auf Zeche. Der Reiseführer zu mehr als 100 Standorten im Ruhrgebiet“ und „Menschenorte“ über einen 3. Preis freuen. Mit einem solchen wurde in der Kategorie „Schüler“ auch der Projektkurs Geschichte der Theodor-Körner-Schule für seine Forschungsarbeit zur Verfolgung jüdischer Familien in Linden ausgezeichnet. Walter Gantenberg aus Dahlhausen bekam für sein jahrzehntelanges Engagement für die lokale und regionale Geschichtskultur die Auszeichnung „Kontinuität“ und der Klack Zwo B e.V. aus Langendreer für sein blicke-Filmfestival die Auszeichnung „Struktur“ überreicht. Marco Rudzinski erhielt für seine Dissertation „Ein Unternehmen und "seine" Stadt: Der Bochumer Verein und Bochum vor dem Ersten Weltkrieg“ einen „Sonderpreis zum "Gedächtnisraum" Arbeit & Mitbestimmung“. Einen „Sonderpreis für besondere Präsentationsformen“ sprach die Jury Kathrin Klausmeier und ihrem Geschichtsseminar an der RUB für den Podcast "“Und dann mussten wir weg von Zuhause". Die Kinderlandverschickung im Ruhrgebiet während des 2. WK" zu. Und eine besondere Erwähnung erfuhren Dr. Lutz Budraß, Dr. Gunnar Gawehn, Tanja Grewing und Dr. Stefan Moitra.

Bottrop
Eine besondere Erwähnung in Verbindung mit einem Geldpreis erhielt Dr. Peter Kruck aus Bottrop für seinen originellen Beitrag „ZZTop im Zechenhaus - Der Kruckturwandel. Ein Rückblick auf das Leben meiner Großeltern, wie ich es erlebt habe. Die Geschichte über einen Strukturwandel, der schon auf dem Höhepunkt war, bevor er so hieß. Ein Abnabelungsprozess."

Dorsten
Einen 1. Preis bekamen die Schüler/innen der Gesamtschule Wulfen zusammen mit der Kulturagentin Ariane Schön für ihren Performance-Audio-Guide durch Wulfen-Barkenberg überreicht. Für das Kooperationsprojekt „Anstiftung zur Stadtentdeckung 2013“ nahmen Dr. Norbert Reichling vom beteiligten Jüdischen Museum Westfalen, Marion Taube und Werner Springer den 2. Preis in der Kategorie „historisch Interessierte“ entgegen. Die Geschichtsgruppe Heimatverein Wulfen und ihr Buch „Neue Heimat in Westfalen? Zuzug von Migranten nach Dorsten-Wulfen zwischen 1960 und 2010“ wurde von der Jury mit einem 3. Preis in derselben Kategorie ausgezeichnet. Je einen Förderpreis erhielten der Verein für Bergbau-, Industrie- und Sozialgeschichte Dorsten e.V. für ihr Engagement für das Informations- und Begegnungszentrums Fürst Leopold und Brigitte Wiers für ihre Einreichung „Meine Erinnerungen an den Krieg, aufgeteilt in 5 Kapitel“.

Dortmund
Tilo Cramm als Mitglied im Förderverein Bergbauhistorischer Stätten wurde für sein jahrzehntelanges Engagement für die lokale und regionale Bergbaukultur und -geschichte mit einem „Kontinuitäts“-Preis ausgezeichnet. Die Studentin Rebekka Michalke wurde für ihre künstlerische Einreichung „1880-2010“ mit dem „Förderpreis“ zum Weitermachen motiviert und Roland Feisel nahm für das WDR Studio Dortmund für deren „WDR 2 Stichtag" und "ZeitZeichen" einen „Strukturpreis“ entgegen. Mona Wehling von der Nordrhein- Westfalen-Stiftung Naturschutz, Heimat- und Kulturpflege überreichte den Schü-ler*innen der Gustav-Heinemann-Gesamtschule in Huckarde für ihr Buch „Alles im Fluss“ den „Sonderpreis zur Natur- und Umweltgeschichte des Ruhrgebiets“ und dem Flüchtlingskurs K7 (2012/13) im Evangelischen Bildungswerk Dortmund den „Sonderpreis zur Migrationsgeschichte“ für ihre Ein-reichung „Auf der Suche nach einer neuen Heimat im Ruhrgebiet“. Dr. Dagmar Kift vom LWL-Industriemuseum bekam von Dr. Michael Farrenkopf vom Deutschen Bergbau-Museum Bochum für ihre Arbeit „Die Männerwelt des Bergbaus“ den „Sonderpreis zur Geschichte des Bergbaus“ überreicht. Ihr Kollege Dietmar Osses vom LWL-Industriemuseum Zeche Hannover erhielt für den Ausstellungskatalog „Nach Westen. Zuwanderung aus Osteuropa ins Ruhrgebiet“ einen 3. Preis in der Kategorie „professionell Arbeitende im Wissenschaftsbereich“. Gleichfalls mit einem 3. Preis wurde der Sammelband „Die Entdeckung des Ruhrgebiets in der Literatur“ von Hanneliese Palm vom Fritz-Hüser- Institut und Dr. Jan-Pieter Barbian von der Stadtbibliothek Duisburg ausgezeichnet. Für den Aufsatzband „Wir wollten die Welt verändern. Dortmunder Feministinnen erinnern sich“ wurde Hanne Hieber und ihr Autorinnen-Team in der Kategorie „historisch Interessierte“ mit einem 2. Preis ausgezeichnet. Und der Dortmunder Künstler Rolf Dennemann erhielt für seine Kulturhauptstadt-Beobachtungen „Das Große im Kleinen" eine besondere Erwähnung.

Duisburg
Die Studentin Sabrina Störkel erhielt für ihren Film „Klangarchiv Ruhrgebiet“ einen „Sonderpreis zur Geschichte und Gegenwart der Arbeits- und Industriekultur“. Einen 3. Preis in der Kategorie „profes-sionell Arbeitende im Wissenschaftsbereich“ konnten Dr. Jan-Pieter Barbian von der Stadtbibliothek Duisburg und seine Kollegin Hanneliese Palm vom Fritz- Hüser-Institut in Dortmund für deren Sam-melband „Die Entdeckung des Ruhrgebiets in der Literatur“ entgegennehmen. Horst Schlaak vermochte mit seinen Erinnerungen „Wie ich das Ruhrgebiet erlebte“ ebenso die Jury zu überzeugen wie Klaus-Dieter Tovenrath mit „Wirtschaftswunder - Kind an der Emscher“. Beide Beiträge wurden gesondert erwähnt.

Essen
Der ehemalige Zollverein-Schmied Eitel Mantowski und seine Kollegen wurden für ihre Aufsatzbände „Menschen und Zollverein“ und „Die Koker auf Zollverein“ mit einem 1. Preis in der Kategorie „histo-risch Interessierte“ belobigt. Einen 2. Preis in der Kategorie „professionell Arbeitende im Wissen-schaftsbereich“ wurde Dr. Ulrike Laufer für ihre Dokumentation „Sammlerfleiß und Stiftungswille. 90 Jahre Folkwang-Museumsverein - 90 Jahre Museum Folkwang“ überreicht. Die Journalistin und Fil-memacherin Dana Savic konnte sich in der Kategorie „professionell Arbeitende im Medienbereich“ mit ihrem Beitrag „B1 Kunst bahnt Weg“ über einen 2. Preis freuen. Die Musikerin Stefanie Keus vermochte mit „Die verlorene Heimat. Essener Juden - Ein Rundgang durch die Innenstadt“ zu überzeugen und erhielt in der Kategorie „historisch Interessierte“ einen 3. Preis. Mit einem 2. Preis der Kategorie „Schüler“ wurden Schüler*innen des Nikolaus-Groß-Abendgymnasiums für ihr Radiofeature „Das Reiterstandbild Wilhelms I. in Essen - Eine Zeitreise der Wahrnehmung“ ausgezeichnet. Heinz Josef Kramer bekam für seine langjährigen, ehrenamtlichen Verdienste um die Münzkunde im Ruhrgebiet die Auszeichnung „Kontinuität“. Ebenso der Fotograf Manfred Vollmer, von dem viele Aufnahmen zu Ikonen der Ruhrgebietsrepräsentation geworden sind. Das Projekt „Sentimentale Urbanität - Eine Suche nach den geliebten Orten, Objekten und Phantasien“ von Studierenden der Folkwang Universität der Künste unter der Leitung von Anne Caplan und Claudia Wagner von der Stiftung Zollverein wurde zum Weitermachen mit einem „Förderpreis“ motiviert. Mit dem „Strukturpreis“ wurde die akribische Sammlungs- und Recherchetätigkeit des Steeler Archivs e.V. anerkannt. Die Fotoreihe „Die Wandlung unserer Heimat Ruhrgebiet am Beispiel der hiesigen Eisenbahnstrecken“ von Dr.-Ing. Dietmar Beckmann wurde mit einem „Sonderpreis für besondere Präsentationsformen“ honoriert. Und Dr. Beate Olmer, Dr. Jürgen Büschenfeld und Stefan Nies wurden für ihre sorgfältige Unternehmenschronik „Alles strömt. 125 Jahre Gelsenwasser AG“ lobend ausgezeichnet.

Gelsenkirchen
Der ehemalige Gelsenkirchener Stadtplaner Dr. Lutz Heidemann wurde mit einem „Sonderpreis“ für sein Engagement für die Baukultur des Ruhrgebietes ausgezeichnet. Für den Auf- und Ausbau von Pixelpro-jekt_Ruhrgebiet erhielt Peter Liedtke einen „Sonderpreis für den Aufbau geschichtskulturell relevanter Strukturen“. Die von der Studentin und Slammerin Dea Sinik zusammengestellte Anthologie „Pottpoesie - Geschichten ausm Pott“ überzeugte die Jury mit ihren verschiedenen Definitionen von Heimat und wurde dafür mit einem 3. Preis in der Kategorie „historisch Interessierte“ ausgezeichnet. Und das Institut für Stadtgeschichte konnte für seine stadtgeschichtliche Dauerausstellung im Hans-Sachs-Haus einen Sonderpreis für besondere Präsentationsformen entgegennehmen.

Hagen
Die Journalistin Margrid F. Gantenberg erhielt für ihr Buch "„Von Zuhause, nach Hause." Die Flucht evakuierter Kinder in ihre Heimat Ruhrgebiet im 2. Weltkrieg, Kriegskinder berichten" einen Förderpreis. Die Ergebnisse des Gesprächskreises „Maikäfer flieg! Erweiterte Kinderlandverschickung – KLV in Bochum“ sind von Margrid F. Gantenberg in diesem Buch umsichtig schriftlich festgehalten und mit einer thematischen Einleitung eingebunden worden.

Hamm
Die IGBCE-Ortsgruppe Bockum-Hövel - Geschichtskreis Zeche Radbod erhielt für ihr Buch „Menschen, Zechen und soziale Stätten des Ruhrbergbaus im östlichen Revier. Solide Basis für die Zukunftsgestal-tung“ einen Sonderpreis zur Geschichte des Bergbaus. Überreicht wurde er von Dr. Michael Farrenkopf, Leiter des montan.dok (Bergbau-Archiv und Bibliothek) am Deutschen Bergbau-Museum Bochum.

Hattingen
Die Arbeitsgemeinschaft "Bergbaugeschichte im Hattinger Raum" erhielt für das von ihr bearbeitete und veröffentlichte „Fahrbuch der Steinkohlenzeche Neuglück in Breuerssiepen 1832 bis 1834“ einen Sonderpreis zur Geschichte des Bergbaus. Überreicht wurde auch diese Auszeichnung von Michael Farrenkopf.

Herne
Einen 1. Preis in ihrer Kategorie erhielten die Schüler*innen der Erich-Fried-Gesamtschule Herne für ihre Projektarbeit „Mein Licht gegen das Vergessen. Verwischte Spuren Herne 1933-2013“. Einen 3. Preis bekamen die Schüler*innen des Otto-Hahn-Gymnasiums Herne 7 für ihr Geschichtsprojekt „Gelungener Schichtwechsel?“. Die Fotografin Brigitte Kraemer wurde mit einem „Sonderpreis für die langjährige Bereicherung der Geschichtskultur“ ausgezeichnet und Peter Zontkowski erhielt für seinen Beitrag "“Lass rollen" - Stimmungsbild einer Berufsausbildung in einem Großbetrieb während der 70er Jahre" einen „Sonderpreis zur Geschichte und Gegenwart der Arbeits- und Industriekultur“. Die Jury zeichnete das schön gestaltete Buch „VOR ORT - Geschichte und Bedeutung des Bergbaus in Herne und Wanne-Eickel“ und dessen Herausgeber Ralf Piorr mit einem „Sonderpreis zur Geschichte des Bergbaus“ aus. Ulrike Wahl (Autorin), Brigitte Kraemer (Fotografie) und Rainer Claus (Gestaltung) hatten Buch und Kalender "„Das kann sich heute keiner mehr vorstellen". Menschen aus dem Ruhrgebiet erzählen von früher" eingereicht und wurden dafür mit einem „Sonderpreis für besondere Präsentationsformen“ prämiert. Der Geschichtswerkstatt - DGB Stadtverband Herne wurde für ihren historischen Stadtführer „Herne und Wanne-Eickel 1933-1945“ ein 3. Preis in der Kategorie „historisch Interessierte“ zuteil.

Herten
Die beiden ehemaligen Schüler Benjamin Ziegs und Moritz Reinpracht erhielten mit ihrer Arbeit „Griechen in Herten - Migration, Integration und Aufnahme. Wie aus Fremden Freunde wurden“ einen 2. Preis in der Kategorie Schüler. Nach Beurteilung der Jury handelt es sich um einen anspruchsvollen und eindrucksvollen Beitrag, der dem Thema des Wettbewerbs voll gerecht wird.

Köln
Gleich zwei 1. Preise gingen nach Köln: Dr. Dorothea Wiktorin vom Geografischen Institut der Univer-sität zu Köln und ihre Mitherausgeber erhielten für ihren „Atlas der Metropole Ruhr. Vielfalt und Wandel des Ruhrgebiets im Kartenbild“ den 1. Preis in der Kategorie „professionell Arbeitende im Wissenschaftsbereich“. Und der Journalist und FAZ-Autor Andreas Rossmann wurde für seine Auf-satzsammlung „Der Rauch verbindet die Städte nicht mehr“ in der Kategorie „professionell Arbeitende im Medienbereich“ mit einem 1. Preis ausgezeichnet. In derselben Kategorie ging ein 2. Preis an Christoph Weber, taglicht media Film- und Fernsehproduktion GmbH, für den Film „Es geschah in NRW: Der große Benzinbetrug“ und ein 3. Preis an Wilhelm Kaute für die von ihm herausgegebenen Bildbände „Koks und Cola. Das Ruhrgebiet der 1950er Jahre“ und „Maloche und Minirock“.

Lindlar
Angesichts der Vielzahl, thematischen Breite und hohen Qualität seiner Fernsehdokumentationen zu Themen des Ruhrgebiets über einen beachtlichen Zeitraum von über 30 Jahren erhielt der Filmemacher Werber Kubny die Auszeichnung „Kontinuität“.

Marl
Je eine „Besondere Erwähnung“ erhielten Sylvia Eggers und die Geschichtswerkstatt Marl. Sylvia Eggers hatte sich mit "Kindheit im Ruhrgebiet oder „mehr Petroleum“", dem verschriftlichten Interview mit ihrer 90-jährigen Mutter, am Wettbewerb beteiligt. Und die Geschichtswerkstatt um die Historikerin Angelika Müller hatte ihre Bände zur Migration in Marl eingereicht, Band 1 „Zuwanderung in Politik und Siedlung“, Band 2 „Zuwanderung und Religion“. Beide Einreichungen wurden mit je einer Urkunde und einem Geldpreis honoriert.

Moers
Die Frauen der Frauengeschichtswerkstatt der Volkshochschule Moers - Kamp-Lintfort um Rena Rauch wurden mit einem „Förderpreis“ ausgezeichnet. Mit ihren Büchern „Neue Heimat Moers - Frauen und Kinder auf dem Weg nach Moers“ und „Frauen erzählen von ihrer Kindheit und Jugend in Moers“ haben sie nach Meinung der Jury eine beachtenswerte Kontinuität unter Beweis gestellt. Solide haben sie sich und andere Frauen nach ihren Erinnerungen befragt und diese sorgfältig in zeithistorische Zusammenhänge eingebunden.

Oberhausen
Die Geschichtswerkstatt Oberhausen e. V. wurde für ihr beeindruckendes Engagement für die lokale und regionale Geschichtskultur mit einem „Sonderpreis für den Aufbau geschichtskulturell relevanter Strukturen“ ausgezeichnet. Die Hobbyfotografin Helga Griesbacher erhielt für ihre Dokumentation „Die Ripshorster Brücke“ einen „Sonderpreis für besondere Präsentationsformen“. Einen solchen konnte auch Nina Dunkmann von der Ludwigsgalerie Schloß Oberhausen für die Ausstellung „At Home. Der Blick durch das Schlüsselloch. Wohnen im Ruhrgebiet - gesehen durch die Kunst“ entgegennehmen. Katrin Dönges Buch „Zerstörte Zukunft. Die Deportation von Oberhausener Juden nach dem Pogrom 1938“ überzeugte die Jury und wurde mit einem 2. Preis in der Kategorie „wissenschaftlich Arbeitende“ honoriert. Und mit einer „Besonderen Erwähnung“ wurden die Ausstellung „Stadt der Guten Hoffnung: Bilder aus Oberhausen“ des LVR-Industriemuseums Oberhausen, das Buch „Altstaden. Geschichte - Historische Erinnerungen – Dönekes“ vom Bürgerring Oberhausen-Altstaden e. V. sowie ein Bildband über die Seseke des Fotografen Rainer Schlautmann prämiert.

Recklinghausen
Norbert Meier erhielt für seine langjährige Forschung über Zechen und deren Geschichten einen „Sonderpreis für die langjährige Bereicherung der Geschichtskultur“. Jürgen Pohl und Georg Möllers wurden für ihre akribische und innovative Arbeit "Abgemeldet nach "unbekannt" 1942. Die Deportation der Juden aus dem Vest Recklinghausen nach Riga" mit einem 2. Preis in der Kategorie „Wissen-schaftlich Arbeitende“ ausgezeichnet.

Werther
Dr. Stefan Remeke erhielt für seine Arbeit „Anders links sein. Auf den Spuren von Maria Weber und Gerd Muhr“ einen „Sonderpreis zum "Gedächtnisraum" Arbeit & Mitbestimmung“. Bei der Arbeit handelt es sich um eine fast 600 Seiten starke Doppelbiografie über die langjährige stellvertretende DGB-Vorsitzende Maria Weber und über das DGBVorstandsmitglied und späteren Präsident des ILO-Verwaltungsrates Gerd Muhr. Zwei Lebensläufe und die Geschichte der Gewerkschaften und des DGB in der „alten“ Bundesrepublik werden hier geschickt und gut lesbar miteinander verknüpft.

Witten
Gerhard Koetter erhielt für seinen Beitrag „Steinkohle unter Witten“ eine „Besondere Erwähnung“, verbunden mit einer Urkunde und einem kleinen Geldpreis. Das 2009 fertiggestellte Buch erinnert daran, dass selbst unter der Innenstadt Wittens einmal Steinkohle abgebaut wurde.

Wuppertal
Schülerinnen und Schüler des Johannes Rau Gymnasiums unter der Leitung ihres Lehrers Gerhard Heimann hatten sich mit „GOTT wohnt(e) im POTT. Chroniken mal anders. Orte, Erinnerungen, Erfah-rungen im Ruhrgebiet mit religiösem Bezug“ an dem 6. Geschichtswettbewerb beteiligt. Sie hatten dafür ein Archiv zum Ruhrgebiet und dessen Vergangenheit in Buchattrappen erstellt, die jeweils ein künstlerisches Objekt und einen erläuternden Text enthalten. Die Jury befand, dass die Bücher dem Wettbewerbsthema in hohem Maße entsprechen, da sie über den Zugang „Religion“ die Heimat in vielen unterschiedlichen Facetten thematisieren.

 

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